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Katalog Wertvolle Bücher (Varia) » zur Buchabteilung
Wertvolle Bücher (Varia) Auktion 112, Di., 16. Okt., 11.00 Uhr


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Hauptbild Beschreibung Status
Antiker Philosoph
Chinesisches Rollbild mit Kalligraphie und Bild...

Los 281

ASIATICA
Antiker Philosoph. Japanisches Rollbild mit Kalligraphie und Illustration, gedruckt in vier Farben: Grau, Schwarz, Braun und Orange. Ca. 156 x 43,6 cm. Japan um 1930.

Sehr dekoratives originales japanisches Rollbild vom Anfang des 20. Jahrhunderts an hölzernem Trägerstab mit geflochtenem Seiden-Hängeband und unten an dunkelbraun lackierter Leichtholz-Spannrolle. Das Stoffpassepartout aus chamoisfarbener Brokatseide ist von zwei gewebten Bordüren eingefasst, das Hauptwerk auf Trägerpapier zeigt auf gelb-orangefarbigen, oben auslaufendem Grund einen antiken japanischen Philosophen auf einem mächtigen Korbsessel mit geschnitzten Rahmen, Lehnen und Beinen, in Händen die Kette. Darüber der Text in japanischen Kanji, der typischen Kalligraphie in schwarzem Druck. – Einige Rollspuren, nur vereinzelte minimale Fleckchen, kaum Randläsuren oder weitere Gebrauchsspuren, sehr dekorativ.

Schätzpreis
€ 400   (US$ 455)


Nachverkaufspreis
€ 200   (US$ 227)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Arabisches Taschengebetbuch
Arabische Handschrift mit Koranversen und Gebet...

Los 282

Arabisches Taschengebetbuch. Arabische Handschrift mit Koranversen und Gebeten auf Papier. 99 (statt 120?) Bl. Mit 8 doppelblattgroßen Zierseiten mit ’Unwan in Pinselgold und Farben, Surenvervorhebung in Rot sowie 2 ganzseitige Miniaturen in Farben. 14,8 x 9,3 cm. Rotes Leder d. Z. (mit Fehlstellen, kleinen Ausbrüchen, beschabt und bestoßen, Rücken fehlend und mit Leinenstreifen überklebt) mit 14 aufmontierten blindgeprägten Lederarabesken. (wohl Kaschmir) um 1790.

Ein kleines kostbar gestaltetes Taschengebetbuch als Begleiter für den muslimischen Pilger auf seinem Haddsch nach Mekka. Enthalten sind neben den individuell angeordneten (also nicht dem Kanon eines vollständigen Korans entsprechenden) Suren eine Anzahl von Gebeten.
Die beiden Miniaturen zeigen die Heiligtümer der Hidschra Mohammeds: Mekka mit der Al-Masdschid al-Haram und der gut sichtbaren schwarzen Kaaba mit Goldstreifen im Zentrum. Und Medina mit der Prophetenmoschee, der Al-Masgid an-nabawi, beide umgeben von den Arkadenhallen und den Grabmälern, den Toren und Brunnen für die rituellen Waschungen, der Minbar und den hochaufragenden Minaretten an den Ecken des Hofes, alles sehr schemenhaft und abstrahiert. Entstanden ist der hübsche Taschenkoran wohl in einer der fruchtbaren Produktionsstätte der Koranhandschriften des 18.-19. Jahrhunderts, in Kaschmir. – Es fehlen mehrere Blätter, die Miniaturen und Zierseiten scheinen jedoch vollständig vorhanden zu sein. Block gebrochen, mehrere Lagen und Blätter lose, einige Einrisse, Papier gedunkelt, teils angeschmutzt, einige Tintenwischer und allgemeine Gebrauchsspuren. – Quran. Koranhandschrift des 18. Jahrhunderts. Arabische Handschrift in schwarzer und roter Tinte auf Papier. Schriftspiegel: 12,2 x 6,8 cm. Format: 16,2 x 10,2 cm. Ca. 380 Bl. Blindgeprägter Leder-Klappenband d. Z. (Rücken lädiert, Rückdeckel fehlt, beschabt, bestoßen, leicht gebogen). Persien oder Indien spätes 18. Jahrhundert. - Ältere Koranhandhandschrift wohl aus dem indo-persischen Raum. - Einige teils abgerissen, mit allerhand stärkeren Läsuren, Randein- und ausrissen, Stegverstärkungen, einige Blätter komplett aufgezogen und an Rändern hinterlegt, verschiede Flecken, stark gebräunt, angeschmutzt, jedoch meist gut lesbar und ordentlich. Nicht kollationiert, möglicherweise fehlen Blätter, die Handschrift könnte jedoch auch weitgehend vollständig sein.

Schätzpreis
€ 400   (US$ 455)


Zuschlag
€ 300 (US$ 341)


Audsley, George Ashdown
La céramique japonaise

Los 283

Audsley, G(eorge) A(shdown) und J(ames) L(ord) Bowes. La céramique japonaise. Édition française. 3 Bl., III, 320 S. Mit 32 teils chromolithographischen Tafeln und zahlreichen Textillustrationen. 28,5 x 20 cm. HMaroquin d. Z. (etwas berieben, eine untere Kante mit kleiner Druckspur, Rücken ausgeblichen) mit goldgeprägtem RTitel. Paris, Firmin-Didot, 1881.

Zweite französische Auflage des immer noch maßgebenden Standardwerks über die japanische Keramikkunst, die englische Originalausgabe erschien 1875 in Liverpool und London. Der Verfasser George Ashdown Audsley (1838-1925) war ein Multitalent: Architekt, Schriftsteller, Dekorateur und Illustrator sowie Orgelbauer. Für das vorliegende Werk arbeitete er mit dem reichen Liverpooler Wollfabrikanten James Lord Bowes zusammen, einem der angesehendsten Sammler japanischer Kunst. – Die den Farbtafeln gegenüber liegenden Textseiten mit Abklatsch der Schutzhemden. Sonst wohlerhalten und sauber. Exemplar aus der Büchersammlung des Schlosses Skottorp in Südschweden.

Schätzpreis
€ 240   (US$ 273)


Nachverkaufspreis
€ 160   (US$ 182)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Brinkley, Frank
Japan described and illustrated by the Japanese

Los 284

Brinkley, Frank. Japan described and illustrated by the Japanese. Written by eminent Japanese authorities and scholars. With an essay on Japanese Art by Kakuzo Okakura. 10 Bände. Mit 258 (58 ganzseitigen) montierten kolorierten Original-Fotografien, 10 ganzseitigen Kollotypien von Kazumasa Ogawa und 10 beikolorierten Holzschnitten. 39,5 x 30,5 cm. Blockbuchbindung in illustrierte OPappbänden (stellenweise gering beschabt, leicht bestoßen und berieben) mit farbig bedrucktem Bezugspapier nach Shirimen-e-Manier. Boston, J. B. Millet, (1897).

Cordier BJ 635-636. – Eines von wenigen Exemplaren in der Ausstattung der Vorzugsausgabe, in der alle Fotografien koloriert sind. Der englisch-irische Verleger und Zeitschriftenmogul Francis Brinkley (1841-1912) lebte über 40 Jahre in Japan, wo er die Periode der Öffnung Japans unter Tenno Meiji miterlebte. Er verlegte und veröffentlichte zahlreiche Werke zur japanischen Kultur, zur Kunst und Architektur und publizierte ein heute noch konsultiertes englisch-japanisches Wörterbuch.
Seine Hauptwerk ist freilich das vorliegende "Japan described by the Japanese", ein grandioses und reich mit Originalfotos ausgestattetes Meisterstück, das die im Untergang begriffene Welt des alten Japan eindrucksvoller nicht vor Augen führen könnte.
Die fein kolorierten Fototafeln sind in der vorliegenden Ausgabe allesamt in Doppelblatt-Passepartouts einmontiert, die übrigen, kleineren Fotos sind sauber auf das kostbare Büttenpapier aufmontiert. – Vorsätze teils knitterspurig, durchgehend mit Goldflocken geziert, die Seidenhemdchen meist vorhanden, teils jedoch etwas knittrig und mit kleinen Einrissen, Fotopassepartouts oder Papier ganz vereinzelt mit Läsuren, meist aber durchgehend in bestem, sauberen und hervorragenden Gesamtzustand. Kleine Tintennummern verso Titel. Die wertvollen Originalfotografien in feinster Manier handkoloriert - mit leuchtenden Farben.
Insgesamt sehr schönes Exemplar mit gestochenem Exlibris auf den vorderen Innendeckeln.

Schätzpreis
€ 1.600   (US$ 1.823)


Zuschlag
€ 1.000 (US$ 1.140)


Firdousi, Abu l-Qasim
Album mit indo-persische Miniaturen.

Los 285

Firdousi, Abu l-Qasim - Album mit indo-persische Miniaturen. Farsi-Kalligraphie in schwarzer und roter Tinte auf bräunlichen Hadernpapier. 46 Bl. Mit 1 'Unwan und 10 ganzseitigen Deckfarben-Miniaturen in breiten Zierrahmen. 22 x 14,5 cm. Halbleinen d. Z. (stärker lädiert an Kanten, bestoßen, Bezugspapier fleckig und abgerissen). Persien um 1870.

Außergewöhnlich schöne persisch-indische Handschrift, wohl mit einer Episode aus einem der großen persischen Epen, wahrscheinlich nach dem Dichter Abul-Qazim Firdausi (940-1020). Dieser schuf mit seinem monumentalen, etwa 60.000 Verse umfassenden Epos Schahname, dem Buch der Könige, des Nationalepos der persischsprachigen Welt und damit das weltgrößte Epos eines Einzeldichters überhaupt. Es wurde - und wird - in zahlreichen Handschriften und Drucken überliefert. Die einzelnen Szenen boten eine unendliche Möglichkeit zur Illustration (nach anderen Experten handelt es sich um einen arabischen Rechtstext mit einer philosophischen Abhandlung einer auf dem Koran basierenden Kaufabwicklung).
Der saubere, kalligraphierte Text in schwarzer Tinte mit roten Einsprengseln für Namen und Kapitelanfänge ist in 15 Zeilen auf das Papier geschrieben worden, wobei 10 Seiten für Miniaturen vorgesehen waren (also kein Text unter den Bildern). Die Miniaturen sind in breite, besonders hübsche Rahmenbordüren mit linearen schwarzen Vierpässen und braun-gelben Blüten und Blättern eingefasst. Sie zeigen das ausschweifende Leben an den persischen Höfen mit den die Wasserpfeife rauchenden Potentaten unter ihren Baldachinen vor dem sich um die Springbrunnen versammelnden Höflingen mit bunten Turbanen und in kostbaren Gewändern. Mehrere Musiker rühren die Trommeln und schlagen die Saiten der Zithern, während der Pascha ein Liebesabenteuer mit einer jungen Dame hat, vor dem mit roséfarbenen Seerosen bestandenen Palastteich. Besonders interessant ist hier auch die typisch morgenländische Architektur, die in zahlreichen Varianten dargestellt ist. Am Textanfang eine 'Unwan in Auberginefarbe und mit grauem Rand. – Teils stärker fleckig, mit Feucht- und Braunflecken, einige Ausrisse und mehrere ältere Stegverstärkungen, wenige Wurmlöchlein, einige neuere Kommentare in Handschrift mit Kugelschreiber, die Miniaturen sind insgesamt sehr schön erhalten, in feinster Malerei mit leuchtenden Deckfarben. Die genaue Zuweisung und Bestimmung des Textes sollten die Philologen vornehmen.

Schätzpreis
€ 500   (US$ 570)


Zuschlag
€ 500 (US$ 570)


Firdousi, Abu l-Qasim
Devanagri-Album mit indischen Miniaturen in Gol...

Los 286

Firdousi, Abu l-Qasim - Devanagri-Album mit indischen Miniaturen in Gold und Farben. Kalligraphie der Götterstadt Benares in schwarzer und roter Tinte auf hellbräunlichen Hadernpapier. 50 Bl. Mit 10 ganzseitigen Deckfarben-Miniaturen in Gold und Farben. 20,5 x 14 cm. Halbleder d. Z. (bestoßen und etwas angestaubt, leicht berieben). Indien um 1860.

In kalligraphischem, sehr regelmäßigen, von geübter Hand in roter und schwarzer Tinte aufs Papier gebrachten Schrift im Devanagari-Duktus stellt die entzückend illustrierte indische Handschrift wohl Szenen aus dem "Schahname", dem Buch der Könige dar, hier eine Episode der Brautwerbung eines Prinzen, der um seine Prinzessin wirbt, mit ihr auf einem Lotusblatt im Teich die Flöten bläst, Erzählstunden auf dem Diwan in trauter Zweisamkeit verbringt, sie für sich tanzen lässt, mit ihr in den Frühling schaukelt, während sie sich nur ein ganz wenige schamhaft gegen seine zärtlichen Zudringlichkeiten wehrt. Alle bemerkenswert schönen, überaus feinen Deckfarbenmalereien sind in leuchtend-schimmernder Chrysographie goldgehöht.
Abul-Qazim Firdausi (940-1020) schuf mit seinem monumentalen, etwa 60.000 Verse umfassenden Epos Schahname, dem Buch der Könige, des Nationalepos der persisch- aber auch indischsprachigen Welt und damit das weltgrößte Epos eines Einzeldichters überhaupt. Es wurde - und wird - in zahlreichen Handschriften und Drucken überliefert. Die einzelnen Szenen boten eine unendliche Möglichkeit zur Illustration (nach anderen Experten handelt es sich um einen arabischen Rechtstext mit einer philosophischen Abhandlung einer auf dem Koran basierenden Kaufabwicklung).
Jede Seite enthält 20 Zeilen Text, wobei zehn Seiten für Miniaturen vorgesehen waren (also kein Text unter den Bildern). Die "Devanagari" war die Schrift der Götterstadt Benares oder Varanasi, mit der die heiligen Bücher der Brahmanen geschrieben wurden. Von der sakralen und juristischen Bestimmung wurde sie jedoch auch für weltlicher Epen benutzt: "Als vollkommenste Schrift Indiens hat sie später auf andere Schriften als Muster eingewirkt und ist Ursache der Vermehrung der Zeichen dieser Schriften geworden. Mit ihr werden geschrieben: Sanskrit, die heilige Sprache der Brahmanen, Hindi, die Sprache vom Centrum Nord-Indiens, die fast in ganz Indien verstanden wird, und die Sprache von Sindh, wo sie neben der älteren und vollkommneren Schrift angewendet wird" (Faulmann 132). – Teils leicht eingerissen, das erste Blatt im Rand stegverstärkt, nur ganz leicht fleckig, gleichmäßig etwas gebräunt, insgesamt sehr schöne Handschrift mit den wundervollen Miniaturen in leuchtenden, satten Farben und glänzend-gleißendem Gold.

Schätzpreis
€ 700   (US$ 797)


Zuschlag
€ 1.400 (US$ 1.595)


Fukei-ga
Japanische Landschaftsansichten

Los 287

Fūkei-ga. Japanische Landschaftsansichten. 3 Ukiyo-e Farbholzschnitte. Format: Oban. Tokyo etc. ca. 1830-1860.

Vorhanden sind: Ando Hiroshige. Fujisawa. Aus den 53 Stationen des Tokaido 53. Format: Oban (25,5 x 37 cm). Später Druck wohl 1850. - Utagawa Toyokuni III (Kunisada). Genji monogatari). 2 Blätter aus den Geschichten des Prinzen Genji mit Landschaftsansichten. Format: Oban (25,6 x 37 cm). – Teils stärkere Bräunungen bzw. angestaubt und fleckig, kleine Läsuren, etwas unfrisch. – Beiliegen 2 weitere Oban-Holzschnitte mit Darstellungen eines Interieurs und einer Kabuki-Szene.

Schätzpreis
€ 160   (US$ 182)


Zuschlag
€ 150 (US$ 170)


Hokenamera
Rituale. Bilderbuch über die Schönheit in den a...

Los 288

Hokenamera. Rituale. Bilderbuch über die Schönheit in den alten Zeiten. Leporello mit doppelblattgroßem Titelbild in Silber und Farben sowie 12 doppelblattgroßen farbigen Tafeln in Farbholzschnitt. Tafelformat Koban (ca. 24 x 35). Leporello-Format: 24 x 17,5 cm. Deckel aus gewebtem Schilfgras (ohne Titelschild, Kanten bestoßen und teils etwas abgeschabt). Tokyo, Meji-Zeit (um 1880).

"Rituale" (hokenamera) sind Alltagsszenen aus dem traditionellen Leben Japaner, das mehr und mehr verschwand: Mit der Öffnung Japans unter Tenno Meji ab dem Jahre 1868 hörte diese "romantische" Zeit schlagartig auf, die westeuropäische Kultur hielt Einzug in Japan - und damit auch alle modernen Errungenschaften wie maschinell hergestellte Textilien, Regenschirme, Tabakspfeifen sowie auch die Alltagsgegenstände, die die alte Lebenskunst komplett ablösen sollte, wenn plötzlich Messer und Gabel statt der Essstäbchen, der Hashi, zur Anwendung kamen - und dafür die meist englischen, oft auch französischen Begriffe in Katakana als Lehnwörter in die japanische Altsprache eingefügt wurden.
Schon Ende des 19. Jahrhunderts wurde dann die untergehende Kultur in Bildern festgehalten, wozu auch die "Hokenamera" von verschiedenen Ukiyo-e Meistern gehörten. Die hübschen Tafeln zeigen die zarten Frauen, Bijin, in ihren Interieurs, mit einem Kind, die Tauben anschauend, beim Wäschewaschen, am See, auf einer Veranda mit Blick auf den Vollmond, beim Blumenschneiden, Füttern der Koikarpfen und vieles, vieles mehr. Besonders interessant ist auch das Lampionfest, das zwei "westliche" Herren mit hohen Zylinderhüten hinter der Hecke beobachten. – Wenige winzige Knicke, kaum angestaubt, in kraftvoller, nuancierter, frischer Farbigkeit. Unter jedem Bild typographische Bezeichnung.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 341)


Zuschlag
€ 150 (US$ 170)


Japanische Kindervergnügen
Leporello mit 14 Farbholzschnitt-Tafeln

Los 289

Japanische Kindervergnügungen. Leporello mit 14 Farbholzschnitt-Tafeln. 35 x 24 cm. OPappdeckel mit Schilfgrasgewebe-Bezug (etwas fleckig, mit Fehlstellen und kleinen Ausbrüchen an den Kanten und Rändern, bestoßen) und rotem Titelschild. Tokio um 1900.

Reizvolles Leporello mit 14 großen Tafeln, deren jede einem Kinderspiel, einer Jugendvergnügung in Freizeit und Muße gewidmet ist. Dargestellt sind drei junge Mädchen in bunten Kimonos, die unter Bäumen Sprachpuzzles legen, vier Jungen, die auf einer Anhöhe im Mondschatten Fangen spielen, ein Sohn der versucht, die von seiner Mutter in die Luft des offenen Gartenpavillons geblasenen Seifenblasen zu erhaschen, mehrere Kinder im Zoo, wo sie einen großen Elefanten bestaunen. Es folgt das Versteckspiel zweier kleiner Mädchen vor der Kulisse einer Großstadt, ein Lampionumzug, drei Knaben am Bache beim Angeln, das Blinde-Kuh-Spiel, Schattentheater mit der Öllampe vor dem Wandschirm, eine vornehme Dame, die ihrer kleinen Tochter das Stricken beibringt, zwei Knaben beim Wurfspiel und vieles, vieles mehr.
Die Szenen sind nicht zuletzt daher so interessant, weil sie einen Teil des alten japanischen Lebens, der Gebräuche, der Trachten und Kostüme zeigen, die sich in der Zeit um 1900 schon aufzulösen begannen - und hier im Holzschnitt noch zu einer späten Dokumentation fanden. – Geringe Gebrauchsspuren, nur die ersten beiden Tafeln mit Braunfleck am oberen Rand, sonst kaum Fleckchen oder Bereibungen, meist sehr sauber und in bezwingender Farbigkeit gedruckt. Mit Texten und Bildtiteln an den Rändern.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 683)


Nachverkaufspreis
€ 400   (US$ 455)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Jìniàn
Album chinesischer Originalaquarelle im Stil de...

Los 290

"Jìniàn". Album chinesischer Originalaquarelle im Stil des Meisters Qi Baishi. 11 farbige Tuschezeichnungen, teils mit Bezeichnungen in Hànzì und mit roten Xí-Siegelstempeln. 29 x 23,2 cm. China um 1910.

Hübsches Jìniàn-Album, ein Erinnerungs, Gedenk- bzw. Souvenir-Album, das von einem chinesischen Wanderer angefertigt wurde, der von einem Ort zum anderen lief und dabei mehrere Maler um Beiträge bat. So zeigt das hübsche, in Lederrelieff verfertigte, auf das grobe Leinen aufgenähte Titelschild einen Wanderer vor dem großen Vollmond in einer Berglandschaft, der sein Gepäck an einem langen Stab über der rechten Schulter trägt.
Unten die in das grobe Sackleinen in Gold eingeprägten Zahl "2593", auf dem Rücken die Hànzì für "Erinnerung".
Die prächtigen, in leuchtender Farbigkeit mit Pinsel aquarellierten Darstellungen zeigen kalligraphische Blumen, einen chinesischen Lastentrager, eine Frau auf der Rast ihrer Wanderschaft, einen Tiger, einen dicken Fischer, eine chinesische Tǎ-Pagode, einen Kirschblütenzweig, eine Hibiskusblüte, einen Spatz im Fluge etc.
Alle Darstellungen basieren auf den meisterhaften Bildern eines Qi Baishi (Ch'i Po-shih, Ch'i Pai-shin), der 1864 in Xiangtan in der Provinz Hunan geboren wurde und 1957 in Peking starb. Schon als 14-jähriger hatte er angefangen zu malen, wurde aber erst berühmt, als er 1904 eine Rundreise durch die berühmten Landschaften Chinas machte und 1917 nach Peking ging. 1953 wurde er zum ersten Präsidenten der Chinesischen Künstlervereinigung ernannt und in den Nationalen Volkskongress gewählt. 1955 wurde ihm der Internationale Friedenspreis des Weltfriedensrats für das Jahr 1950 verliehen.
Seine auf absolute Reduktion, aber starke, konzentrierte Farbigkeit setzenden Malereien beeinflussten zahlreiche chinesische Zeitgenossen, aber auch andere asiatische Künstler, vor allem auch in Japan. Möglicherweise stammen einige der Darstellungen auch aus diesem Lande, dessen Symbol u. a. ja auch die Kirschblüte (sakura) ist.
Laut Expertenmeinung ist das Album jedoch nach China zu verorten, wofür etwa auch die Darstellung der Pagode, der Lastenträger und der Tiger sprechen. Andere sprechen sich für Japan, aus, wo der Künstler Qi Baishi sich ebenfalls größter Beliebheit erfreute. – Nur unwesentlich fleckig, weniger, leichter Farbdurchschlag. Die 38 Kartonblätter feinsten Aquarellpapiers am Schluss sind weiß geblieben.

Schätzpreis
€ 800   (US$ 911)


Nachverkaufspreis
€ 500   (US$ 570)

(Verfügbarkeit erfragen!)

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