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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Hauptbild Beschreibung Status
Galerie Bassenge
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Dürer, Albrecht
Madonna mit der Meerkatze

Los 5072

[^] Madonna mit der Meerkatze. Kupferstich. 18,8 x 12 cm. Um 1498. B. 42, Meder 30 a-b (von l). Wz. Ochsenkopf mit Blume (Meder 62).

Ganz ausgezeichneter, klarer Druck knapp innerhalb der Plattenkante geschnitten, die Darstellung minimal knapp angeschnitten. Leicht fleckig, rechts oben kurzer, teils ausgebesserter Randeinriss, oben links im Himmel kleine, unauffällige Ausbesserungen, weitere unmerkliche und sorgfältige Ausbesserungen in den äußeren Rändern, einzelnen Annotationen verso, sonst im Gesamteindruck sehr schönes Exemplar. Aus einer bisher unbekannten Sammlung "Magjkel" (nicht bei Lugt).

Schätzpreis
€ 12.000   (US$ 13.200)



» Druckgraphik 15.-19. Jh.
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Dürer, Albrecht
Eustachius

Los 5074

Der hl. Hubertus, auch Eustachius genannt. Kupferstich. 36,1 x 25,7 cm. Um 1501. B. 57, Meder 60 wohl h-i (von k). Wz. Stadttor, vgl. Meder 263.

Die Darstellung des hl. Hubertus, für die Albrecht Dürer selbst die Bezeichnung "Eustachius" gebrauchte, da die beiden Heiligen sich als Schutzpatrone der Jagd die Legende teilen, stellt die größte Kupferstichplatte im druckgraphischen Werk des Meisters dar. In den Abmessungen reicht sie gar an die Holzschnitte der Apokalypse heran. - Das Hauptblatt des Meisters, das etwa 10 Jahre vor den Meisterstichen entstand, in einem ganz ausgezeichneten Druck mit samtener Wirkung. An drei Seiten um ca. 0,5 cm in die Darstellung geschnitten, oben links bis knapp an die Türme geschnitten, in der oberen rechten Ecke ca. 1,5-2 cm in die Bäume geschnitten. Umlaufend sehr sorgsam und fachmännisch angerändert und oben angefügt, die Darstellung umlaufend mit sorgfältigen und dezenten Federretuschen ergänzt, insgesamt etwas angestaubt, links leichte vertikale Knickspur verso, geglättete horizontale Knickspuren sowie eine leichte Mittelfalte, entlang dieser mit einigen sorgsamen Ausbesserungen (etwa in Höhe des Pferdes), dort ebenfalls unmerkliche Federretuschen, schwache Leimspuren verso, weitere unauffällig ausgebesserte Erhaltungsmängel, sonst im Gesamteindruck gut.

Schätzpreis
€ 18.000   (US$ 19.800)



» Druckgraphik 15.-19. Jh.
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Dürer, Albrecht
Melancolia

Los 5075

Die Melancholie (Melencolia I). Kupferstich. 24,2 x 18,7 cm. 1514. B. 74, Meder 75 II, mit der Richtigstellung der Ziffer 9, vor dem Ritz auf der Kugel c-d (von f). Wz. Kleines Krüglein (Meder 158, um 1525).

Albrecht Dürers Kupferstich „Melencolia I“, dessen inhaltliche Deutung seit jeher Rätsel aufgibt, gilt als das am meisten besprochene und kommentierte Werk der Kunstgeschichte. Peter-Klaus Schuster nannte es das „Bild der Bilder“.
Rechts auf einer Steinbank sitzt die weibliche, bildbestimmende Figur. Sie trägt einen Blätterkranz auf dem Haupt und hat Engelsflügel. Den Ellenbogen auf ihr Bein gestützt, legt sie den Kopf nachdenklich in die linke Hand - ein seit dem Altertum geprägter Topos für Schwermut und Trauer, die Personifikation der Melancholie. Umgeben wird das geflügelte Wesen von symbolträchtigen Gerätschaften und Utensilien: Hobel und Stichsäge, Lineal und Richtscheit, Nägel und Hammer, Tintenfass und Schmelztiegel, Waage und eine magische Tafel sowie der Stein-Polyeder. Der am Boden kauernde Jagdhund und der Putto auf dem Mühlstein teilen offenkundig die schwermütige Stimmung. Rechts, hinter dem Putto und der weiblichen Gestalt, ragt ein turmartiges, fensterloses Gebäude empor, das die Sicht auf die phantastische Meereslandschaft versperrt, die links zu sehen ist. Am Nachthimmel ein heller Komet und ein Regenbogen. Ein fledermausähnliches Wesen mit aufgerissenem Maul im oberen linken Rand verweist mit dem Titulus „Melencolia I“ auf den Sinngehalt des Kupferstichs. Einhellig geht man davon aus, dass es sich um eine allegorische Darstellung einer der vier menschlichen Temperamente handelt, dem Schema folgend, das in der Antike entwickelt wurde (vgl. Schoch/Mende/Scherbaum 2002, Bd. I, S. 180). Aus der antiken Vier-Säftelehre, nach deren Verständnis das Mischverhältnis der vier Körpersäfte Blut (sanguis), Schleim (phlegma), gelbe Galle (chole) und schwarze Galle (melaina) die Befindlichkeit eines jeden Menschen bestimmt, entwickelte sich die Idee der vier menschlichen Grundtypen mit stereotypen Charaktereigenschaften: Sanguiniker, Phlegmatiker, Choleriker und Melancholiker. Auch zu Dürers Zeit war die Vorstellung dieser vier Grundtypen verbreitet; wurde der Sanguiniker gemeinhin als heiter erachtet, so wurde der Melancholiker als dessen negatives Gegenbild definiert.
Angestoßen durch eine Passage in Aristoteles „Problemata“, die durch neoplatonische Philosophen zunächst in Italien Verbreitung fand, besteht Dürers epochale Leistung vor allem darin, für die europäische Bildtradition dieses mittelalterliche Schema der Komplexionen durch eine neue Sicht auf das melancholische Temperament abgelöst zu haben. Das melancholische Temperament wurde in der Folge mit intellektueller Kreativität in Verbindung gebracht, Melancholie und Genialität bedingten sich nun wechselseitig. Dürers geflügelte Gestalt wird somit zu einer Allegorie der künstlerischen Melancholie. Nicht zu Unrecht sehen einige Forscher deshalb in dem Kupferstich ein „verstecktes Selbstbildnis“ des Künstlers, denn Dürer waren die Leiden des Melancholikers wohl nicht fremd: grundlose Traurigkeit und Weltfurcht - um nur eine der vielen Deutungen aufzugreifen (vgl. op. cit. S. 183). Der Kupferstich ist der letzte der drei sogenannten "Meisterstiche", die Dürer in den Jahren 1513 und 1514 entwarf und die innerhalb des druckgraphischen Œuvres als unübertroffene Höhepunkte gelten. -
Das bedeutende Blatt Dürers in einem zweiten Zustand mit der Richtigstellung der Ziffer 9 auf der magischen Tafel, mit dem zarten Kratzer über den Nägeln. Mit dem für die frühen Zustände bei Meder beschriebenen Wasserzeichen "Krüglein", das häufig, wie auch bei vorliegendem Exemplar, am äußeren Rand oben situiert ist.
Prachtvoller, äußerst harmonischer, samtig wirkender und dabei satter, wohl noch zu Lebzeiten Albrecht Dürers genommener Druck vereinzelt mit feinem Grat in den dunklen Partien und mit teils sehr zartem Wischton. An drei Seiten mit gleichmäßigem, sehr feinem weißem Rändchen um die Einfassungslinie, lediglich entlang des unteren Randes partiell minimal an dieselbe geschnitten, oben knapp in die Darstellung geschnitten. Verso leichte geglättete Knickspuren sowie zarte oberflächliche Spuren von Rötel, entlang des oberen Randes mit größter Sorgfalt sehr unauffällig angerändert und die äußere Darstellung sowie teilsweise die Einfassung dort mit sehr dezenten und unmerklichen Federretuschen ergänzt, sehr vereinzelt weitere fachmännische und kaum wahrnehmbare Ausbesserungen, verso kleine alte Montierungs- Kleberückstände entlang der äußeren Ränder, sonst herrliches und im Gesamteindruck vollkommenes Exemplar.
Aus der Sammlung Adalbert von Lanna (doppelt gestempelt, Lugt 2773).

Schätzpreis
€ 120.000   (US$ 132.000)



» Druckgraphik 15.-19. Jh.
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Muller, Jan Harmensz.
Das große Glück

Los 5145

Das große Glück. Kupferstich von zwei Platten auf zwei zusammengefügten Bogen, nach Cornelis Cornelisz. van Haarlem. 49,3 x 91,3 cm. 1590. B. 33, Hollstein 71, Filedt Kok (New Hollstein) 33 III (von V). Wz. Stehender Elefant.

Das Model von Cornelis Cornelisz. van Haarlem, eine um 1590 entstandene Ölstudie auf Holz, befindet sich im Musée d'Art et d'Histoire, Genf. Prachtvoller, ausgewogener und teils kräftiger Druck mit der Adresse von Harman Muller unten rechts. Umlaufend mit schmalem Rand um die schön zeichnende Plattenkante. Insgesamt minimal stockfleckig sowie schwach fleckig, vertikale Mittelfalz an den zusammengefügten Papierbogen, weitere unauffällige und geglättete vertikale Falzspuren, ganz vereinzelte kleine ausgebesserte Stellen und kleine Einrisse in den äußeren, meist weißen Rändern, dort mit marginalen Anfaserungen und mit nur sehr vereinzelten, unmerklichen Federretuschen, vereinzelte Nadellöchlein sowie kleine unmerklich ausgebesserte Stellen wir unten rechts auf dem liegenden Tuch und dem Oberkörper rechts, geringe Altersspuren, sonst in vorzüglicher und in Anbetracht der monumentalen Abmessungen bemerkenswert schöner Erhaltung. Aus der Sammlung E. Fabricius (Lugt 847a, 919bis und 919ter).

Schätzpreis
€ 15.000   (US$ 16.500)



» Druckgraphik 15.-19. Jh.
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Rembrandt Harmensz. van Rijn
Medea oder: Die Hochzeit des Jason und der Creusa

Los 5174

Medea oder: Die Hochzeit des Jason und der Creusa. Radierung mit Kaltnadel. 23,8 x 17,7 cm. 1648. B. 112, White/Boon (Hollstein) 112, Nowell-Usticke 112 IV (von V), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 241 IV (von V). Wz. Taube über Dreiberg im Kreis mit Initial G.

Nowell-Usticke: "A rather uncommon print". Die Darstellung entstand für die von Jan Six 1648 editierte Ausgabe der "Medea". Vor Verkleinerung der Platte unten um den Textrand. Prachtvoller, atmosphärischer Druck links sowie oben mit teils sehr feinem Rändchen, rechts bis an die Darstellung geschnitten, unten mit dem Textrand. Minimal stockfleckig, je eine ergänzte Fehlstelle in den unteren beiden Ecken, verso schwache horizontale Mittelfalte, geringe Spuren alter Montage verso, weitere nur schwache Altersspuren, sonst in herrlicher Erhaltung.

Schätzpreis
€ 12.000   (US$ 13.200)



» Druckgraphik 15.-19. Jh.
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Schongauer, Martin
Die Heiland krönt die Heilige Jungfrau

Los 5309

Die Heiland krönt die Heilige Jungfrau. Kupferstich. 16 x 15,6 cm. B. 72, Lehrs V, S. 111, 17, Hollstein 17.

Ganz ausgezeichneter, prägnanter, wohl späterer Druck, teils minimal trocken. Mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie, unten an die Darstellung geschnitten. Geringe Altersspuren, einzelne, nur unmerkliche Federeinzeichnungen, etwa in der Draperie und im unteren Bodenpanel und Monogramm, winziges Löchlein jeweils in den unteren Ecken, dort zudem mit sorgfältiger Ausbesserung, winzige Ausbesserung oben im Rand an den Strahlen Christi, sonst im Gesamteindruck vorzügliches Exemplar.

Schätzpreis
€ 12.000   (US$ 13.200)



» A Passion for Prints (Sonderkatalog)
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Dürer, Albrecht
Das babylonische Weib

Los 5322

Das babylonische Weib. Holzschnitt aus der Apokalypse, wie auch die folgenden zwei Losnummern. 39,2 x 27,8 cm. Um 1496-1498. B. 73, Meder 177, lateinische Ausgabe von 1511.

Blatt 14 der Folge. Ausgezeichneter, weitgehend prägnanter und gegensatzreicher Druck mit schmalem Rand um die Einfassung. geringfügig stockfleckig, winzige, unmekrlich Ausbesserung unterhalb des Monogramms, schwache Trockenfältchen im linken weißen Rand, weitere geringe Altersspuren, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus der Sammlung Reverend J. Burleigh James (Lugt 1425).

Schätzpreis
€ 9.000   (US$ 9.900)



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Bruegel d. Ä., Pieter - nach
Kirmes am St. Georgstag

Los 5383

nach. Kirmes am St. Georgstag. Kupferstich von Johannes und Lucas Doetecum. 33,6 x 53 cm. Bastelaer 207, Hollstein 207 II, Orenstein (New Hollstein, Bruegel) 42 II (von IV), Nalis (New Hollstein, Doetecum) 219 II (von III). Wz. Trauben mit Nebenmarke.

Pieter Bruegel situiert die jährlich stattfinden Feierlichkeiten am 23. April zur Kirche des Heiligen Georg in einem flämischen Dorf nahe einer großen Stadt am Horizont, die gemeinhin mit Antwerpen identifiziert wird. "Lasst den Bauern ihren Kirmes" steht auf dem Banner rechts geschrieben und verweist somit auf zeitgenössische Tendenzen unter kaiserlichem Befehl, die solch ausschweifende Festivitäten regulieren oder gar zu untersagen suchten. - Prachtvoller, toniger und gleichmäßiger Druck mit der Adresse von Paules de la Houue, jedoch vor den späteren Inschriften. Bis an die Einfassungslinie beschnitten, links unter leichtem Darstellungsverlust beschnitten. Unten mittig kleiner Randeinriss, vereinzelte dünne Papierstellen, entlang des linken Rand um ca. einen 1cm mit einem Streifen reproduzierter Darstellung ergänzt, leichte Altersspuren, entlang der vier Seiten zum Schutz mit Papierrändern angerändert und insgesamt hinterfasert, der Gesamteindruck gleichwohl sehr gut.

Schätzpreis
€ 8.000   (US$ 8.800)



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Rembrandt Harmensz. van Rijn
Christus heilt die Kranken

Los 5398

Christus heilt die Kranken, genannt das Hundertguldenblatt. Radierung. 28,2 x 39,4 cm. Um 1648. B. 74, White/Boon (Hollstein) 74 II, Nowell-Usticke 74 II (l) (von IV), Hinterding/Rutgers 239 II (von IV). Wz. Straßburger Lilienwappen mit angehängten Initialen 4 WR AJ (vgl. Ash/Fletcher 36 B. b.; Hinterding: Watermarks in Rembrandts Etchings, Strasbourg lily-B-b-a_AIC-1927-5126).

Die um 1649 entstandene Radierung "Christus heilt die Kranken" zählt von alters her zu den Hauptblättern des druckgraphischen Œuvres Rembrandts. Mit den diagonalen auf dem Hals des Esels, vor den späteren Überarbeitungen durch Captain William Baillie. Ausgezeichneter, gleichmäßiger und feinzeichnender Druck von großer atmosphärischer Qualität, mit gleichmäßig schmalem Rand um die Facette. Das Papier mit dem Wasserzeichen, dass Hinterding für diesen Zustand beschreibt. Geringfügig fleckig sowie etwas angestaubt, verso leichte geglättete Mittelfalte sowie unauffällige Knick- und Falzspuren, unten rechts kleine blinde beriebene Stelle, entlang der unteren Plattenkante minimal angebrochen, kurzer Randeinriss rechts unten, ein Stück des unteren linken weißen Randes sorgsam ergänzt, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst insgesamt sehr gut.

Schätzpreis
€ 18.000   (US$ 19.800)



» A Passion for Prints (Sonderkatalog)
Piranesi, Giovanni Battista
Le Antichità Romane

Los 5494

"Le Antichità Romane. Opera del Cavaliere Giambattista Piranesi Architetto Veneziano divisa in quattro tomi". Ca. 270 Radierungen in insgesamt 4 Bänden, vorne mit dem gestochenem Porträtfrontispiz von Polanzani, 6 großen gestochenen Initialen, 2 Textkupfern auf 210 (statt 215; davon 112 doppelblattgroßen und 8 mehrfach gefalteten) num. Tafeln (inklusive Titel, Frontispize und Indices). Sämtlich gebunden in vier Bänden mit modernem rotbraunem Kalbsleder im Stil d. Z. mit 2 goldgeprägten grünen Leder-RSchildern, Lederecken und Kleisterpapier-Deckelbezügen. 52,5 x 39 cm. Angelo Rottilo, Rom 1756. Hind S. 83-84, Focillon 224, Wilton-Ely 279-528. Wz. Fleurs-de-lis mit ovalem Gürtel im Kreis (ca. 1748-1760).

Das Monumentalwerk Giovanni Battista Piranesis präsentiert beinahe vollständig in vier Imperialfolianten die Ruinen der antiken Grabanlagen in Rom und Umgebung. "Der Wert dieser Sammlung liegt in den aufgemessenen Grundrissen, den genau nachgezeichneten Gesimsen und Profilen, also einem Gebiet, das dem Laien weniger sagt, das aber für die Geschichte der römischen Baukunst von ungeheurem Wert ist" (Volkmann). Die Suite hier in der ersten frühen Ausgabe auf besonders luxuriösem und bemerkenswert starkem Papier mit dem Lilienwasserzeichen mit dem Lanzettenkopf, den beiden Abspreizern und dem ovalen Gürtel, das die Vermutung nahelegt, es handele sich um eines der Präsentations-Exemplare, die Piranesi in der Accademia di San Luca in Rom für potentielle Subskribenten ausstellen ließ. Andrew Robison erwähnt, dass neben einigen Veduten und den 'Carceri' frühe Exemplare der "Antichità Romane" dieses Zeichen im Papier haben, eben jene "presentation volumes" (vgl. Robison 1978, S. 216, Nr. 5).
In dieser ersten frühen Ausgabe ist die Folge noch dem irischen Staatsmann und Kunstmäzen James Caulfield, Lord Charlemont (1728-1799) gewidmet. Charlemont war zunächst ein Sponsor Piranesis, dessen Camera sepolcrali degli antichi romani (ca. 1750) er subventionierte. Piranesi radierte eine große Anzahl weiterer Tafeln und Charlemont versicherte weitere Subventionen, um den erheblichen finanziellen Aufwand auszugleichen. Piranesi fügte sie dem Werk hinzu und veröffentlichte 1756 das vierbändige Set unter dem Titel Le Antichità romane. Zu diesem Zeitpunkt war Charlemont jedoch bereits nach Irland zurückgekehrt und stellte dem Künstler trotz wiederholter Aufforderungen nicht die erwartete Zahlungen zur Verfügung, sondern lediglich eine kleinere Summe von weniger als 200 scudi. Infolgedessen entfernte Piranesi, frustriert und wütend, die Widmungen an Charlemont, die in den ersten frühen Zuständen der Titelseiten des Werks noch vorhanden sind, und löschte alle Verweise auf seinen früheren Gönner gewissenhaft. Piranesi schrieb: "Se la cosa è tale in effetto, io son pronto a cancellar l'epigrafe, ed il rispetto profondo che professo a. v. g. mi asterrà dal far cosa che possa recarle del dispiacere" (Wright-Gilbert 1891, I, 234, 50). Abzüge mit der Widmung an Charlemont im ersten Druckzustand der Platte sind von größter Seltenheit.
Die "Antichità Romane" hatten nach dem Erscheinen eine durchschlagende Wirkung in nahezu ganz Europa. Piranesi erhielt Bestellungen aus Schweden, Frankreich und England, selbst die russische Zarin bestellte das Werk (vgl. Wilton-Ely, Piranesi Vision und Werk, S. 69).
In vorliegender Ausgabe enthalten sind:
Band I: Porträtfrontispiz Piranesis von Polanzani (1750), typogr. Titel, Widmungsblatt an Charlemont (= Tafel I), 2 Bl. mit gestochener Initiale, Tafeln (II-VII), S. 1-40, 30 Tafeln (VIII-XXXVII) mit 60 Kupferstichen, Tafel XXXVIII, XI S., Tafel XXXIX-XL, iii S., Tafeln XLI-XLIII, Indice S. i-iv, Tafel XLIIII, Indice S. i-iii, 1 Bl. "Repertorio".
Typographische Blätter mit zus. 6 gestochenen Initialen und 2 Textkupfern.
Band II: Kupfertitel (= Tafel I), Tafel II, Tafel III (= gestochener "Indice"), Tafeln IV-LXIII (fehlen Tafeln XXIV, LVII), also zus. 61 (statt 63; 41 doppelblattgroße, 1 mehrfach gefaltete).
Band III: Kupfertitel (= Tafel I), Tafeln III-LIV (fehlen Tafeln II, XL und XLIV), also zus. 51 (statt 54; 42 doppelblattgroße, 1 mehrfach gefaltete).
Band IV: Kupfertitel (= Tafel I), Tafel II (= Frontispiz, hier mit der Widmung an Charlemont), Tafel III ("Indice"), Tafeln IV-LVI, also zus. 56 (24 doppelblattgroße, 5 mehrfach gefaltete).

Es fehlen lediglich fünf Tafeln: Band II, Tafel XXIV ("Grand'Urna di porfido), Tafel LVII ("Urne, cippi, e vasi"). Dem Band III fehlen die Tafeln II (Frontispiz "Antiquus circi martial."),Tafel XL ("Veduta della Piramide di Caio Cestio") sowie Tafel XLIV ("Spaccato della Piramide di Caio Cestio"). Die in den Bibliographien aufgeführte Tafel LVII ("Avanzi di un Collegio di Silvano Aureliano") war nie Teil der ersten Ausgabe. So führt der "Indice" im Band auch nur 56 Tafeln auf.
Sämtlich ganz ausgezeichnete bis prachtvollen Drucke auf den vollen Bogen. Ganz wenige Tafeln mit alt hinterlegten Randeinrissen bzw. vereinzelten kleinen restaurativen Eingriffen an den äußeren Rändern, wenige Knickspuren oder Falze. Vereinzelt geringfügig stockfleckig, vornehmlich zu den Rändern hin, sonst insgesamt sehr einheitlich erhaltenes und bemerkenswert schönes Exemplar Diese erste, frühe Ausgabe ist in keiner deutschen Sammlung nachweisbar. In dieser wunderbaren Edition und komplett in vier Bänden von allergrößter Seltenheit.

Schätzpreis
€ 38.000   (US$ 41.800)



» Druckgraphik 15.-19. Jh.

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