Bitte Suchbegriffe eingeben:

BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

Language / Lingua / Sprache


Highlights

Höhepunkte der aktuellen Auktion » Kataloge zum Blättern

1 2 3 4   erste Seiteschneller Rücklaufeine Seite zurückeine Seite weiterschneller Vorlauf

Hauptbild Beschreibung Status
Kafka, Franz
Betrachtung (OBroschur)

Los 3259

"Wenn niemand kommt, dann kommt eben niemand."
Kafka, Franz. Betrachtung. 4 Bl., 99 S. 24 x 16 cm. Bräunliche OBroschur (mit teils hinterlegten Randläsuren und Knickspuren, im unteren Rand mit Fehlstelle, Rücken lädiert und nur noch fragmentarisch vorhanden, teils vom Block gelöst). Leizig, Ernst Rowohlt, 1913 (recte: 1912).

Born-Dietz 17. Göbel 91. Raabe 146. 1. – Erste separate Ausgabe der ersten Buchveröffentlichung Kafkas, hier in der sehr seltenen Verlagsbroschur. Eines von 800 numerierten Exemplaren. Enthält 18 Prosastücke, von denen 9 hier im Erstdruck vorliegen. Exemplar – Erstes (weißes) Blatt und Titel mit hinterlegter Fehlstelle und minimalen Randknicken, Bindung anfangs etwas schwach und im Bug teils gelöst. Sonst sauber und nahezu fleckenfrei.

Schätzpreis
€ 10.000   (US$ 11.600)


Nachverkaufspreis
€ 8.000   (US$ 9.280)



» Moderne Literatur
Louÿs, Pierre
Les chansons de Bilitis

Los 3327

Louÿs, Pierre. Les chansons de Bilitis. Traduit de Grec. 10 Bl., 177 S., 4 Bl. Mit 13 Tafeln, 6 illustrierten Zwischentiteln und 23 Textillustrationen von François-Louis Schmiedt nach Illustrationen von George Barbier, sämtlich in pochoirkoloriertem Holzstich. 33 x 27 cm. Türkisblauer Maroquinband d. Z. (Kapitale minimal berieben; signiert: "Gruel"; illustrierte OUmschläge beigebunden) mit reicher, mehrfarbig intarsierter Rücken- und Deckelillustration sowie prächtig ausgestalteten Innenspiegeln und KGoldschnitt. In (lädierter) HLederdecke mit goldgeprägtem RTitel und HLeder-Schuber (geringe Gebrauchsspuren). Paris, Pierre Corrard, 1922.

Monod 7382. – Eines von 129 römisch numerierten Exemplaren (Gesamtauflage: 133). Tadelloses Exemplar in einem meisterhaften Mosaikeinband des Pariser Buchbinders Léon Gruel (1841-1923).

Schätzpreis
€ 7.500   (US$ 8.700)


Zuschlag
€ 5.000 (US$ 5.800)



» Moderne Literatur
Matisse, Henri
Cinquante dessins

Los 3392

Matisse, Henri. Cinquante dessins. 7 S., 3 Bl. Mit 50 Tafeln sowie einer signierten Orig.-Radierung auf gewalztem China von Henri Matisse. 30 x 20,5 cm. Neuerer handgebundener hellbrauner Maroquinlederband auf 5 unechten Bünden mit RVergoldung und goldgepr. RTitel sowie drei- bzw. zweifacher Filetenvergoldung auf den Deckeln und Innenkanten; Originalumschlag beigebunden. In Halblederschuber. Paris, Victor Jacquemin, 1920.

Duthuit I, 68, Mahé II, 841, Monod 7846. – Numeriertes Exemplar einer kleinen Auflage auf Van Gelder-Bütten. – Unbeschnittenes Exemplar; etwas gebräunt und vereinzelt minimal fleckig; Titelblatt mit neuerem Besitzeintrag.

Schätzpreis
€ 3.500   (US$ 4.059)


Nachverkaufspreis
€ 2.500   (US$ 2.900)



» Moderne Literatur
Hine, Charles
Smoke

Los 3410

Mitchell, Joan. - Hine, Charles. Smoke. 2 Bl. Titel, 16 numer. Bögen, 2 Bl. Kolophon. Mit 16 signierten farbigen Aquatinta-Radierungen ("diptych-etchings") von Joan Mitchell. 35,5 x 23 cm. Lose Bögen in OUmschlag und OLeinenkassette. San Francisco, Limestone Press, 1988.

Eines von 10 numerierten Exemplaren (Gesamtauflage 90 Ex.), bei denen jede Graphik von Joan Mitchell signiert wurde. "Smoke is a book of sixteen diptych etchings with poems. Joan Mitchell made the etchings using sugarlift and spitbite aquatint techniques at Limestone Press, San Francisco, in May, 1988. The poems by Charles Hine were set in 12 pt. Bodoni monotype and hand-printed from a flatbed press. The etchings and poems were printed by Jill Livermore assisted by Yo Shimano, on Arches 280 gm paper. ... Books 1-10 are presented in folio in a handmade box, each print signed and numbered by the artist." In der beiliegenden "Publisher's Note" heißt es: "In May 1988, Joan Mitchell spent two weeks in San Francisco exploring monotype and etching techniques at Limestone Press. It was during the last few days of that period that she made the sixteen diptych etchings aligned with Charles Hine's poems in the folio called Smoke. As Hine tells it, Mitchell looked at fifteen poems of his about tobacco prior to beginning the book. When such things as plate size, paper and the placement of the diptych plates on the lefthand page had been decided, they talked about texts. At this point she asked for the tobacco poems, allowing for the addition of new poems. Except for four poems directly about tobacco, the poems in the final book are new and were written to the feeling of the project with Michell, and to the look of the etchings. Parallel to each other, the etchings and the poems together redouble a contemplative mood. Hine's strophes are succinct, each tending toward a specific nexus of statement. They announce the premises upon which Mitchell's headlong strokes expand and flourish. The subjects are elemental. The smudged whites of the plate tone allow for the 'air' that is the major site of imaginative activity in word and gesture alike. Here we see Michell's graphic acumen celebrating itself. Where her recent big paintings let fly with color, the reductive surface and exquisite color choices within the etching process have led her to concentrate on figure/ground relations at their most compressed. Accordingly, her characteristic themes - tremors of identity in reflexive time, the complex nature of immediate sensation, feelings after visible fact (feelings that are then returned to an analogous visibility) - recur with a special definition and bite. These prints are the epigrams and aphorisms of an otherwise epic improviser, ample and songful as Mitchell's present mastery permits." – Tadelloses Exemplar.

Schätzpreis
€ 12.000   (US$ 13.919)


Zuschlag
€ 13.000 (US$ 15.079)



» Moderne Literatur
Gomringer, Ernst
einsam gemeinsam ode von eugen gomringer

Los 3548

Uecker, Günther. - Gomringer, Ernst. einsam gemeinsam ode von eugen gomringer. 15 Blätter in Blockbuchmanier mit blindgeprägtem typographischen Text und mit 5 vom Künstler signierten ganzseitigen Original-Prägedrucken von Günther Uecker. 39,2 x 26 cm. Weiße OKartonbroschur mit Transparentpapierumschlag in OPappschuber (nur dieser unwesentlich abgegriffen). (Duisburg, Guido Hildebrandt, 1971).

Hundertdruck X. Spindler 157, 10. – Eines von 100 nummerierten und im Druckvermerk vom Verfasser signierten Exemplaren auf Kupferdruckbütten (Gesamtauflage). – Tadellos frisch. Beiliegend 1 lose Tafel mit numeriertem und signiertem Original-Prägedruck von Günther Uecker.

Schätzpreis
€ 4.500   (US$ 5.220)


Zuschlag
€ 6.000 (US$ 6.959)



» Moderne Literatur
Dandanah
The Fairy Palace. Building Blocks of Solid Glass.

Los 3589

Glasbausteine für Modellversuche zu einer Zukunftsarchitektur
Bauhaus. - Dandanah. The Fairy Palace. Building Blocks of Solid Glass. Invented by Blanche Mahlberg. Models and Designs by Bruno Taut. Glasbaukasten mit massiven Bausteinen aus farbigem Glas. Mit 61 originalen Glasbausteinen und 6 originalen oktogonalen Vorlagenblättern in mehrfarbigem Original-Siebdruck. 20,7 x 20,7 cm. Zusammen in schwarzem oktogonalen OHolzkasten (26 x 26 x 4,2 cm) mit schwarzem Holzschiebedeckel und aufmontiertem oktogonalen OTitelschild in Siebdruck. Berlin 1920.

Nahezu vollständiges Exemplar eines der wohl nur in acht Exemplaren angefertigten Prototypen des Glasbaukastens "Dandanah - The Fairy Palace" von dem Architekten-, Künstler- und Designerpaar Blanche (1890-1980) und Paul Mahlberg (1889-1970) zusammen mit dem Architekten Bruno Taut (1880-1938), der von 1921 bis 1924 als Stadtbaurat in Magdeburg arbeitete.
Ganz den neuen Idealen der schnörkellosen Einfachheit, der klaren Form und der Materialtreue verpflichtet, waren die neuen gestalterischen Ideen vor allem von dem 1919 in Weimar gegründeten Staatlichen Bauhaus promulgiert worden. Neben den Architekten Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und Adolf Meyer gehörte auch Bruno Taut zu den wichtigsten Vertretern des „Neuen Bauens“.

Schon früh hatte Taut mit Glas experimentiert und 1914 seinen berühmten Pavillon aus farbigem Glas für die Kölner Werkbundausstellung entworfen. Ganz ähnlich wie die Bauhäusler fühlte auch er sich der Erziehung und Didaktik verpflichtet. "Es galt das neue Kulturbild zu schaffen (reine Utopie), und als Notwendiges, das Bedürfnis zum Bauen zu wecken", äußert Taut in einem Rundbrief der von ihm gegründeten Künstlergemeinschaft 'Die Gläserne Kette', "Und das sollte - Taut spricht es in dem Brief nicht aus - das Bedürfnis zum Bauen mit farbigem Glas sein".

Mit seinem Glasbaukasten bezweckte er also vor allem das Formempfinden und die Kreativität der jungen Generation zu schulen, einer der Gründe, warum er das transluzente Material Glas favorisierte, auch wenn das Bauen aufgrund der glatten Oberflächen des Glases tatsächlich nur schwer möglich war: "Unter den vielen Bauspielkästen, die im 19. und 20. Jahrhundert entworfen und hergestellt wurden, steht der von Bruno Taut aus farbigen Glasstücken einzig da. Nicht der einfachen Grundformen wegen: Würfel, Kugel, Dreiecksprisma, länglicher Quader und Sechseckprisma, die in der Größe aufeinander abgestimmt kombinierbar sind, auch nicht der Farbigkeit wegen - beide Merkmale kann man auch bei anderen Baukästen seit Fröbel finden -, sondern weil die Farben: rot, blau, gelb, grün und farblos durch das Glas im farbigen Leuchten eine eigene Wirklichkeit entstehen lassen. Setzt man die Bausteine so, daß sie von Licht durchdrungen werden, besser, auch noch von unten beleuchtet sind, so üben sie in der Tat eine eigenartige Faszination aus, der man sich kaum entziehen kann. In der Fülle der Baukästen gibt es meines Wissens nur diesen einen aus Glas" (Manfred Speidel, Stadtkrone und Märchenpalast. Zum Glasbauspiel Dandanah von Bruno Taut, Berlin 2016, S. 1-3, siehe auch Derselbe, Karl Kegler, Peter Ritterbach, Wege zu einer neuen Baukunst. Bruno Taut, Frühlicht. Konzeptkritik Hefte I-IV, 1921-1922, und Rekonstruktion Heft V, 1922. Berlin 2009. S. 45-47 und S. 86-87 sowie Derselbe, Bruno Taut. Natur und Fantasie. Berlin 1995, S. 150).

Schon 1920 gab es erste Überlegungen, die Idee eines Glasbaukastens zu verwirklichen, wie aus einem Brief vom 13. Oktober hervorgeht: „Ja, Bauen! Ich treibe jetzt jüngstes Bauen: auf meinem Tisch die Zeichnungen für einen Steinbaukasten aus Glas", am 27. Oktober 1920 wurde ein Patent angemeldet (von Mahlbergs auf dem Amt Berlin-Lichterfelde), und Silvester desselben Jahres schreibt Taut "ich spiele mit den ersten nicht ganz gelungenen Bausteinen aus Glas" (Bruno Taut, zit. nach ebenda).

Geplant war, den Baukasten von der Nürnberg Spielzeugfabrik Bing produzieren zu lassen, die die Glassteine wiederum von der Firma Luxfer-Prismen in Berlin-Weißensee beziehen sollte. Die einsetzende Inflation und die Pleite des für die Finanzierung verantwortlichen Bankhauses verhinderten jedoch die Herstellung, so dass es sich um alle der ca. acht nachweisbaren Dandanah-Kästen nur um die von Mahlberg und Taut um Prototypen handelt, die alle individuell gefertigt sind und sich daher leicht voneinander unterscheiden.

Auf dem Schiebedeckel unsers Exemplars ist schon das fünffarbig (schwarz, blau, grün, gelb und rot) gedruckten Titelschild aufmontiert, der Kasten ist allerdings handgefertigt, die Hölzer handgesägt und gezimmert sowie schwarz lackiert (Deckel mit dreieckiger Einfügung, Farbverläufen, Astlöchern).

Über den Bausteinen innenliegend sind die sechs farbig gedruckten Vorlagen (weiß, gelb, rot, grün und blau): 1) Orientalischer Palast auf rotem Farbgrund. 2) Palastfassade auf weißem Grund mit buntem Achteck-Rahmen. 3) Altbau versus Neubau. Traditionelle Häuschen mit modernem Turmbau auf blau-gelbem Grund. 4) Vier Architekturmodelle auf schwarzem Grund. 5) Pfeilerhalle auf schwarzem Grund, lichtdurchschienen mit blauen und grünen Reflexen. 6) Die Mustervorlage zum Wiedereinordnen der Steine in den Kasten, die hier die sonst beigegebene Tafel mit der Kirche ersetzt (diese ist nur in einigen Exemplaren vorhanden, sie sollte auf den Kastenboden fest aufmontiert sein). Die Mustervorlage sieht 62 Glassteine vor, wogegen in unseren Kasten nur 61 Steine passen. Die zwei Reihen von jeweils vier blauen Blocksteinen flankieren die Mittelreihe von 10 Blöcken in den Farben Weiß (4), Grün (4) und Gelb (2), an den Längsseiten gerahmt von noch zwei weiteren weißen Steinen, die um ein halbes Modulmaß verschoben sind. In unserem Exemplar des Baukastens befindet sich eine zentrale Bahn von elf Steinen (6 weiße, 3 grüne und 2 orange-gelbfarbene), die flankierenden blauen Steine sind um ein Modulmaß mittels der zwei rubinroten Würfelsteine erweitert.

Die Glassteine setzten sich wie folgt zusammen: 19 Querblöcke (50 x 22 x 22 mm), davon 8 blaue, 5 weiße, 3 grüne und 2 gelbe, 14 Giebelblöcke (x 22 x 22 x 50 bzw. 22 mm mit abgeschrägten Kanten), davon 4 blaue, 4 weiße, 4 gelbe und 2 grüne, 4 Würfel (22 x 22 x 22 cm) in Blau, Grün, Rot und Gelb, 18 Prismensteine (24 x 22 x 22 cm), davon 6 rubinrote, 4 grüne und 3 blaue und 3 gelbe sowie 4 Kugeln mit zweifach abgeschliffenen Kugeln in Blau, Grün, Rot und Gelb: "Die Systematik, die in der Beschränkung auf fünf Formtypen und deren Maßbezogenheit angelegt ist, durchbricht Taut in dem er die fünf Farben ungleich verteilt: Blau ist in der Überzahl, Farblos und Rot treten am wenigsten auf, rot sind nur die kleinen Bausteine, überwiegend die Dreiecksprismen, sozusagen die Dachspitzen" (Speidel, ebenda).

Unser Prototyp lässt darauf schließen, dass Mahlberg und Taut noch mit der Anzahl der Steine und derer Anordnung im Kasten herumexperimentierten. Das vorliegende Exemplar ist mit einem grünen Querstein auf die Mitte konzentriert, während die anderen bekannten Kästen eine aus zwei weißen Steinen zusammengesetzte "quadratische" Mitte haben. Der von dem Schweizer Unternehmen Vitra 2003 nachgeschöpfte "Dandanah"-Kasten folgt in Anzahl und Anordnung der Steine dann auch anderen Exemplaren bzw. der Mustervorlage (Vitra verwendete aber eine vollständige andere Glasqualität, auch der Kasten wurde auch weitgehend frei neugestaltet). Vgl. auch Artemis Yagou, Modernist complexity on a small scale: The Dandanah glass building blocks of 1920 from an object-based research perspective, Deutsches Museum 2013, S. 16 f.

Im beiliegenden ausführlichen Aufsatz von Speidler wird der Orientalismus bei Taut näher ausgeführt: "Der Glasbaukasten Dandanah ist nicht nur eine 'handgreifliche Utopie'. Mit seinem Titelbild ist er ein unerfülltes Versprechen. Er erscheint im Nachhinein als ein letztes Aufleuchten von Tauts geistiger Reise in den Orient, 'nicht ganz gelungen', und einem harmlosen Bauspiel übergestülpt und dieses geistig überfrachtend. Der Glasbaukasten mit 'Building Blocks in Solid Glass' bleibt in Farbe und Leuchtkraft
ein großartiges Einzelstück in der Geschichte der Spielkästen" (a. a. O.). – Zustand: Gegenüber anderen Exemplaren fehlt ein grüner Querblock-Glasstein, ferner auch die sechste Tafel mit der Kirche, sonst komplett mit Glassteinen, Vorlagen, dem originalen Holzkasten und dem Schiebedeckel mit aufmontiertem Originaltitelschild mit den Künstlerangaben in englischer Sprache. Die Steine sind alle zeitgenössisch und die Originale, wobei auffällt, dass sich das Rubinglas im Fluss und in der Dichte leicht von den anderen Gläsern unterscheidet. Das Gelb tendiert teils etwas ins Orangene. Ein gelber Giebelstein ist beidseitig mehrfach gebrochen und etwa ausgesplittert, die anderen drei und die gelbe Kugel ebenfalls mit die Transluzenz unterbrechenden Brüchen, mehrere Steine mit Abplatzungen, Fehlstellen, kleinen Kanten- und Eckverlusten, kleinen Aussplitterungen etc., die Mehrzahl aber ist recht wohlerhalten und noch gut in Form.
Die sechs Vorlagenblätter teils mit Knick- und Knitterspuren, wenige mit Randläsuren, die Mustervorlage mit minimalen Einrissen im Rand, teils unwesentlich fleckig, in leuchtenden, frischen Farben.
Die gezapften Wangen des Holzkasten sind teils minimal auseinander gegangen die Kanten sind leicht beschabt und bestoßen. Der hölzerne Schiebedeckel mit der Griffleiste ähnlich beschabt, jedoch voll funktionsfähig und sehr gut in der Nut laufend. Das aufmontierte Titelschild des Kastens ist etwas wellig und mit kleinen Knitterspuren und winzigen Bruchstellen, jedoch nur wenigen unwesentlichen Löchlein. Oben etwas vom Holz gelöst, wie üblich etwas ungerade beschnitten, angestaubt und fleckig.

Zur Provenienz: Das vorliegende Exemplar stammt aus einem Magdeburger Privatbesitz. Die Herkunft legt nahe, dass der Kasten von einem Verwandten oder Bekannten der Familie Bruno Taut stammt, war dieser doch ebenfalls in der Zeit der Entstehung des Dandanah- Kastens in Magdeburg als Stadtbaumeister tätig.

„Weltweit konnten acht Baukästen mit dem Namen "Dandanah", der als Titel auf dem Deckel des Baukastens steht, identifiziert werden. Sie unterscheiden sich in der Zusammensetzung der Bausteine wesentlich von dem in der Familie Taut erhaltenen.14 Einer ist im Besitz
von Frau Isi Fischer, der Tochter von Tauts Partner Franz Hoffmann. Zwei Exemplare besitzt das Spielzeugmuseum in Sonneberg/Thüringen. Einer wurde vom Auktionshaus Jürgen Holstein in Berlin nach Montreal verkauft. Es befindet sich dort im Canadian Center for Architecture. Ein unvollständiger Baukasten liegt in der Sammlung Arlan Coffman in Santa
Monica. Das Badische Landesmuseum in Karlsruhe kaufte um 1990 einen aus dem Nachlaß von Hermann Finsterlin von dessen Tochter und in allerjüngster Zeit wurde vom Deutschen Museum in München ein Exemplar aus Privatbesitz erworben. Ein weiteres Exemplar ist vor wenigen Jahren im Handel aufgetaucht. Es war zeitweilig im Museum für Angewandte Kunst in Köln ausgestellt. Es enthält eine von den anderen abweichende Farbzusammenstellung und 4 andere Beispiel-Blätter, sowie ein Einlegeblatt für die Anordnung im Kasten“ (Speidel a. a. O.).

Schätzpreis
€ 22.000   (US$ 25.520)


Nachverkaufspreis
€ 16.000   (US$ 18.560)



» Moderne Literatur
Lebedew, Wladimir
Russian Placards 1917-1922

Los 3723

Lebedew, Wladimir. Russian Placards 1917-1922. Petersburg office of the Russian Telegraph Agency ROSTA. 1st Part (alles). 27 Bl. Mit 23 Orig.-Lithographien von W. Lebedeff. 21,5 x 19 cm. Dem Original entsprechende neuere Broschur mit mont. Deckelillustration. In neuerem illustr. Pappschuber. Petersburg 1923.

Die 23 Orig.-Lithographien basieren auf den Plakatentwürfen, die Lebedew für die Schaufenster der Russischen Telegraphen Agentur (ROSTA) in St. Petersburg entwarf. Sie dienten zur Agitation und Propaganda. Der beigefügte Text (auf Transparentpapier in englischer und französischer Sprache) unterstützt auf recht satirische Weise die Sowjet-Ideologie. Lebedews Arbeiten zeichnen sich durch die strenge, klare Komposition und ein simples geometrisches Prinzip aus. Durch die Art des von ihm hier verwendeten Schablonendruckes tendieren diese Arbeiten noch mehr zur linearen, flachen Abstraktion. – Lithographien farbfrisch, wenngleich etwas gebräunt; die Seidenpapiervorsätze mit den Erklärungen meist etwas braunfleckig; insgesamt wohlerhaltenes Exemplar.

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.640)


Nachverkaufspreis
€ 2.800   (US$ 3.248)



» Moderne Literatur

1 2 3 4   erste Seiteschneller Rücklaufeine Seite zurückeine Seite weiterschneller Vorlauf