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Hauptbild Beschreibung Status
Waldmüller, Ferdinand Georg
Triptychon: Galen, Hygieia und Hippokrates

Los 6074

Triptychon: Galen, Hygieia und Hippokrates.
Öl auf Leinwand, doubliert. Je 52 x 15,5 cm, in einen Rahmen montiert. Auf dem Gemälde Hippokrates unten rechts signiert und datiert "Waldmüller 1826".

Ferdinand Georg Waldmüller, der in seinen frühen Jahren Kurse an der Wiener Akademie besuchte und sich darüber hinaus autodidaktisch weiterbildete, arbeitet in den 1810er Jahren vor allem als Miniatur- und Porträtmaler, bis er sich um 1818 dem Studium der Natur und der Landschaftsmalerei zuwendet. Ab 1825 reist er beinahe jährlich nach Italien. In dieser Zeit, im Jahr 1826, erhält Waldmüller, der inzwischen auch am kaiserlichen Hof in Wien hoch geschätzt wird, von dem Wiener Apotheker Josef Moser den Auftrag vier Figurendarstellungen antiker Persönlichkeiten als überlebensgroße Ladenschilder für seine Löwen-Apotheke in der Wiener Josefstadt zu gestalten.
Die hier vorliegenden kleinformatigen Gemälde dienten als Entwürfe für die späteren Schilder: Links ist Galen, rechts Hippokrates dargestellt, die beiden griechischen Ärzte begründeten mit ihren Lehren die wissenschaftliche Medizin, mittig steht die griechische Götting Hygieia, sie personifiziert die Gesundheit und ist Schutzheilige der Apotheker. Das vierte Schild, das dem Ensemble hier fehlt, zeigt Flora, die römische Göttin der Blumen und des Frühlings (Vgl. Rupert Feuchtmüller: Ferdinand Georg Waldmüller, Wien 1996, WVZ S.434f., Abb. 170-172).
Waldmüller, der sich in seinen Porträts und Genreszenen an der sichtbaren Wirklichkeit orientierte, ließ sich in dieser Bildfindung sowohl von der Ikonographie der Antike als auch von den Eindrücken seiner ersten Italienreise 1825 inspirieren. Die Ärzte Hippokrates und Galen hüllt er gemäß ihrer griechischen Herkunft in einen Chiton, der sie unverwechselbar in die Antike verortet. In der Darstellung der Hygieia ließ sich Waldmüller sicherlich von antiken Statuen der Göttin inspirieren, die sie als junge Frau mit einer Schlange auf dem Arm darstellen. Von ihr erbat man medizinische Ratschläge und Heilung von Krankheit. Mit Galen und Hippokrates bildet sie das perfekte Ensemble für die Werbung einer Apotheke, die somit klar auf den Ursprung der Medizin und ihre eigene Aufgabe verweist.

Provenienz: Auktion Dorotheum Wien, 22. Mai 1973, Los 148, 149, 150.

Literatur: Bruno Grimschitz: Ferdinand Georg Waldmüller, Salzburg 1957, S. 291, Nr. 175-176.
Rupert Feuchtmüller: Ferdinand Georg Waldmüller, Wien 1996, S. 434f, Nr. 170-174.

Schätzpreis
€ 18.000   (US$ 21.060)


Zuschlag
€ 16.000 (US$ 18.720)



» Gemälde
Waldmüller, Ferdinand Georg
Triptychon: Galen, Hygieia und Hippokrates

Los 6074

Triptychon: Galen, Hygieia und Hippokrates.
Öl auf Leinwand, doubliert. Je 52 x 15,5 cm, in einen Rahmen montiert. Auf dem Gemälde Hippokrates unten rechts signiert und datiert "Waldmüller 1826".

Ferdinand Georg Waldmüller, der in seinen frühen Jahren Kurse an der Wiener Akademie besuchte und sich darüber hinaus autodidaktisch weiterbildete, arbeitet in den 1810er Jahren vor allem als Miniatur- und Porträtmaler, bis er sich um 1818 dem Studium der Natur und der Landschaftsmalerei zuwendet. Ab 1825 reist er beinahe jährlich nach Italien. In dieser Zeit, im Jahr 1826, erhält Waldmüller, der inzwischen auch am kaiserlichen Hof in Wien hoch geschätzt wird, von dem Wiener Apotheker Josef Moser den Auftrag vier Figurendarstellungen antiker Persönlichkeiten als überlebensgroße Ladenschilder für seine Löwen-Apotheke in der Wiener Josefstadt zu gestalten.
Die hier vorliegenden kleinformatigen Gemälde dienten als Entwürfe für die späteren Schilder: Links ist Galen, rechts Hippokrates dargestellt, die beiden griechischen Ärzte begründeten mit ihren Lehren die wissenschaftliche Medizin, mittig steht die griechische Götting Hygieia, sie personifiziert die Gesundheit und ist Schutzheilige der Apotheker. Das vierte Schild, das dem Ensemble hier fehlt, zeigt Flora, die römische Göttin der Blumen und des Frühlings (Vgl. Rupert Feuchtmüller: Ferdinand Georg Waldmüller, Wien 1996, WVZ S.434f., Abb. 170-172).
Waldmüller, der sich in seinen Porträts und Genreszenen an der sichtbaren Wirklichkeit orientierte, ließ sich in dieser Bildfindung sowohl von der Ikonographie der Antike als auch von den Eindrücken seiner ersten Italienreise 1825 inspirieren. Die Ärzte Hippokrates und Galen hüllt er gemäß ihrer griechischen Herkunft in einen Chiton, der sie unverwechselbar in die Antike verortet. In der Darstellung der Hygieia ließ sich Waldmüller sicherlich von antiken Statuen der Göttin inspirieren, die sie als junge Frau mit einer Schlange auf dem Arm darstellen. Von ihr erbat man medizinische Ratschläge und Heilung von Krankheit. Mit Galen und Hippokrates bildet sie das perfekte Ensemble für die Werbung einer Apotheke, die somit klar auf den Ursprung der Medizin und ihre eigene Aufgabe verweist.

Provenienz: Auktion Dorotheum Wien, 22. Mai 1973, Los 148, 149, 150.

Literatur: Bruno Grimschitz: Ferdinand Georg Waldmüller, Salzburg 1957, S. 291, Nr. 175-176.
Rupert Feuchtmüller: Ferdinand Georg Waldmüller, Wien 1996, S. 434f, Nr. 170-174.

Schätzpreis
€ 18.000   (US$ 21.060)


Zuschlag
€ 16.000 (US$ 18.720)



» Gemälde
Werner, Carl Friedrich Heinrich
Der Maler Hans Veit Friedrich Schnorr von Carol...

Los 6077

Der Maler Hans Veit Friedrich Schnorr von Carolsfeld (1764-1841) in seinem Atelier in der Leipziger Kunstakademie in der Pleißenburg.
Öl auf Leinwand. 30,5 x 39 cm. (1832).

Der vor allem als Architektur- und Aquarellmaler bekannte Leipziger Carl Werner gewährt uns mit diesem Gemälde, das 1832 auf der Berliner Akademie-Ausstellung gezeigt wurde, einen Blick in ein Künstleratelier der Romantik. Wir sehen die Wirkungsstätte seines Lehrers Hans Veit Friedrich Schnorr von Carolsfeld. Der Charakter dieses Raumes ist auf den ersten Blick erkennbar: Es ist ein Ort der Arbeit. So scheinen die beiden gepolsterten Gondelstühle an den Seitenwänden weniger für Besucher bestimmt zu sein, vielmehr dienen sie als Ablage für Zeichenmappen und einen halb geöffneten Malkasten. Zwei hoch aufragende, von spitzen Beinen getragene Staffeleien beherrschen die Kammer, auf dem Dielenboden liegen Papierstreifen verstreut, Rahmen und Bilder lehnen an den Wänden. Das einzige Fenster des Ateliers gewährt den Blick auf den Sandsteinfirst einer Fassade vor blauem Himmel. Das Atelier liegt demnach im obersten Stockwerk im Winkel eines großen Gebäudekomplexes. Im Lichte dieses Eckfensters sehen wir das akribisch, in verblüffender Detailtreue festgehaltene Interieur: hinter einem Vorhang verborgen, das Bücherregal in einer Wandnische etwa oder die Skulptur auf einem Beistelltisch, Gipsmodelle, Paletten und Werkzeuge an den Wänden, ebenso ein kleiner Spiegel, Winkelmaße und ein senkrecht platzierter Degen. In der Bildmitte sehen wir den Maler im Profil. Er sitzt, in seine Arbeit vertieft, an einem dunklen Schreibtisch auf einem etwas erhöhten Podest. Im grünen Malermantel, den Kopf mit einer schwarzen Samtkappe bedeckt, beugt er sich über das Zeichenbrett, vor ihm Skizzenblätter, neben ihm Malutensilien, Fläschchen und Gefäße mit Tinkturen. 1816 wird Schnorr von Carolsfeld Direktor der Leipziger Kunstakademie, die in der Pleißenburg untergebracht war. Seitdem befindet sich sein Atelier im Westflügel der 1549 als Festung gebauten Burganlage, die 1897 dem Neuen Rathaus Platz machen musste. Im Vorläuferinstitut, in der Zeichen- und Kunstakademie, besuchte auch ein junger, aus Frankfurt stammender Mann den Unterricht bei Adam Friedrich Oeser, einst der erste Direktor der Akademie. Ihm verdanken wir eine Schilderung der Verhältnisse dort: „In dem alten Schlosse Pleißenburg ging man rechts in der Ecke eine erneute heitre Wendeltreppe hinauf. Die Säle der Zeichenakademie, deren Direktor er [d. i. Oeser] war, fand man sodann links, hell und geräumig; […]. Das erste Gemach war mit Bildern geschmückt aus der späteren italiänischen Schule, von Meistern, deren Anmut er höchlich zu preisen pflegte. […] Alles war mit Geschmack, einfach und dergestalt geordnet, dass der kleine Raum sehr vieles umfasste. Die Möbel, Schränke, Portefeuilles elegant, ohne Ziererei oder Überfluß […].“ Johann Wolfgang Goethe hieß der Zeichenschüler, der die Wendeltreppen in der Pleißenburg als heiter erachtete und sich ihrer in seiner Autobiographie Dichtung und Wahrheit erinnerte. Carl Werners Atelierbild lässt den Schluss zu, dass sich in der Pleißenburg seit der Ära Oeser (und Goethe) nur wenig geändert hatte. Auch für den 1764 in Schneeberg als achtes Kind eines Ratsherren geborenen Hans Veit Friedrich Schnorr von Carolsfeld war das Direktorat der Leipziger Akademie der krönende, dauernde Sorglosigkeit verheißende Abschluss einer bewegten Künstlerkarriere. Nach einem Jurastudium und beruflichen Umwegen verschrieb sich Schnorr von Carolsfeld 1790 in Leipzig ganz der Zeichenkunst. Er wurde Schüler von Adam Friedrich Oeser und übernahm Aufträge als Buchillustrator und Theatermaler. Zum Freundeskreis Johann Gottfried Seumes zählend, begleitete er den nach Syrakus Reisenden bis Wien. Über mehrere Stationen - wie Paris und Straßburg - kehrte er 1802 nach Leipzig zurück, um wenige Monate später die Stelle eines Unterlehrers an der Akademie zu übernehmen. 1816 schließlich wurde er Nachfolger Johann Friedrich August Tischbeins im Direktorenamt, das er bis zu seinem Tod 1841 bekleidete. Ungeachtet seiner Stellung blieb Schnorr von Carolsfeld ein bescheidener Mann, der - so schreibt Nagler - auf „verkünstelte Bedürfnisse“ verzichten konnte (Allgemeines Künstlerlexikon, S. 394). Die Ausstattung des Ateliers spricht für diese Haltung. In Sachsengrün, der Dresdner Kulturgeschichtlichen Zeitschrift, wurde 1861 seine Äußerung anlässlich des Kaufes eines Guido-Reni-Gemäldes kolportiert: „Wir können Erdäpfel essen, aber ich muss etwas Schönes sehen und haben; das gibt eine Nahrung, die ich brauche, und ist auch ein Kapital für meine Familie“, in der die später zu Berühmtheit gelangten Söhne Julius und Ludwig Ferdinand aufwuchsen.
Carl Werners Porträt seines Lehrers im Atelier ist zugleich eine Hommage auf das Lebenswerk dieses Mannes. Denn links von der Tür, die einen schmalen Spalt geöffnet ist, hängt ein Selbstbildnis Schnorrs aus dem Jahr 1820 (siehe Zusatzabb.). Ein Werk aus einer Zeit des Zenits, in der Schnorr von Carolsfeld seine erst im Jahr 2000 publizierte Lebensgeschichte, zugleich als ein Sonst und Jetzt in einem Zeitraum von 55 Jahren niederschrieb. So ist dieses Atelier im Goetheschen Sinne ein Raum, der „sehr vieles“, ja vielleicht alles umfasst: das Charakterbild eines Künstlers im „Gehäuse“ seiner Wirkungsstätte.


Provenienz: Aus dem Nachlass Julius Schnorr von Carolsfelds.
Prof. Dr. Ludwig Schnorr von Carolsfeld, Berlin (1877 - 1945).
Seither in Familienbesitz.

Ausstellung: Berlin, Akademie-Ausstellung 1832.

Literatur: Helmut Börsch-Supan: Die Kataloge der Berliner Akademie-Ausstellungen 1786 - 1850, Berlin 1971: 1832: Nr. 1312 ("Attelier des Prof. Schnorr von Carlsfeld in der Pleissenburg zu Leipzig").
Friedrich von Bötticher: Malerwerke des 19. Jahrhunderts: Carl Werner Nr. 6 ("Malerstube").

Schätzpreis
€ 12.000   (US$ 14.040)


Zuschlag
€ 85.000 (US$ 99.450)



» Gemälde
Werner, Carl Friedrich Heinrich
Der Maler Hans Veit Friedrich Schnorr von Carol...

Los 6077

Der Maler Hans Veit Friedrich Schnorr von Carolsfeld (1764-1841) in seinem Atelier in der Leipziger Kunstakademie in der Pleißenburg.
Öl auf Leinwand. 30,5 x 39 cm. (1832).

Der vor allem als Architektur- und Aquarellmaler bekannte Leipziger Carl Werner gewährt uns mit diesem Gemälde, das 1832 auf der Berliner Akademie-Ausstellung gezeigt wurde, einen Blick in ein Künstleratelier der Romantik. Wir sehen die Wirkungsstätte seines Lehrers Hans Veit Friedrich Schnorr von Carolsfeld. Der Charakter dieses Raumes ist auf den ersten Blick erkennbar: Es ist ein Ort der Arbeit. So scheinen die beiden gepolsterten Gondelstühle an den Seitenwänden weniger für Besucher bestimmt zu sein, vielmehr dienen sie als Ablage für Zeichenmappen und einen halb geöffneten Malkasten. Zwei hoch aufragende, von spitzen Beinen getragene Staffeleien beherrschen die Kammer, auf dem Dielenboden liegen Papierstreifen verstreut, Rahmen und Bilder lehnen an den Wänden. Das einzige Fenster des Ateliers gewährt den Blick auf den Sandsteinfirst einer Fassade vor blauem Himmel. Das Atelier liegt demnach im obersten Stockwerk im Winkel eines großen Gebäudekomplexes. Im Lichte dieses Eckfensters sehen wir das akribisch, in verblüffender Detailtreue festgehaltene Interieur: hinter einem Vorhang verborgen, das Bücherregal in einer Wandnische etwa oder die Skulptur auf einem Beistelltisch, Gipsmodelle, Paletten und Werkzeuge an den Wänden, ebenso ein kleiner Spiegel, Winkelmaße und ein senkrecht platzierter Degen. In der Bildmitte sehen wir den Maler im Profil. Er sitzt, in seine Arbeit vertieft, an einem dunklen Schreibtisch auf einem etwas erhöhten Podest. Im grünen Malermantel, den Kopf mit einer schwarzen Samtkappe bedeckt, beugt er sich über das Zeichenbrett, vor ihm Skizzenblätter, neben ihm Malutensilien, Fläschchen und Gefäße mit Tinkturen. 1816 wird Schnorr von Carolsfeld Direktor der Leipziger Kunstakademie, die in der Pleißenburg untergebracht war. Seitdem befindet sich sein Atelier im Westflügel der 1549 als Festung gebauten Burganlage, die 1897 dem Neuen Rathaus Platz machen musste. Im Vorläuferinstitut, in der Zeichen- und Kunstakademie, besuchte auch ein junger, aus Frankfurt stammender Mann den Unterricht bei Adam Friedrich Oeser, einst der erste Direktor der Akademie. Ihm verdanken wir eine Schilderung der Verhältnisse dort: „In dem alten Schlosse Pleißenburg ging man rechts in der Ecke eine erneute heitre Wendeltreppe hinauf. Die Säle der Zeichenakademie, deren Direktor er [d. i. Oeser] war, fand man sodann links, hell und geräumig; […]. Das erste Gemach war mit Bildern geschmückt aus der späteren italiänischen Schule, von Meistern, deren Anmut er höchlich zu preisen pflegte. […] Alles war mit Geschmack, einfach und dergestalt geordnet, dass der kleine Raum sehr vieles umfasste. Die Möbel, Schränke, Portefeuilles elegant, ohne Ziererei oder Überfluß […].“ Johann Wolfgang Goethe hieß der Zeichenschüler, der die Wendeltreppen in der Pleißenburg als heiter erachtete und sich ihrer in seiner Autobiographie Dichtung und Wahrheit erinnerte. Carl Werners Atelierbild lässt den Schluss zu, dass sich in der Pleißenburg seit der Ära Oeser (und Goethe) nur wenig geändert hatte. Auch für den 1764 in Schneeberg als achtes Kind eines Ratsherren geborenen Hans Veit Friedrich Schnorr von Carolsfeld war das Direktorat der Leipziger Akademie der krönende, dauernde Sorglosigkeit verheißende Abschluss einer bewegten Künstlerkarriere. Nach einem Jurastudium und beruflichen Umwegen verschrieb sich Schnorr von Carolsfeld 1790 in Leipzig ganz der Zeichenkunst. Er wurde Schüler von Adam Friedrich Oeser und übernahm Aufträge als Buchillustrator und Theatermaler. Zum Freundeskreis Johann Gottfried Seumes zählend, begleitete er den nach Syrakus Reisenden bis Wien. Über mehrere Stationen - wie Paris und Straßburg - kehrte er 1802 nach Leipzig zurück, um wenige Monate später die Stelle eines Unterlehrers an der Akademie zu übernehmen. 1816 schließlich wurde er Nachfolger Johann Friedrich August Tischbeins im Direktorenamt, das er bis zu seinem Tod 1841 bekleidete. Ungeachtet seiner Stellung blieb Schnorr von Carolsfeld ein bescheidener Mann, der - so schreibt Nagler - auf „verkünstelte Bedürfnisse“ verzichten konnte (Allgemeines Künstlerlexikon, S. 394). Die Ausstattung des Ateliers spricht für diese Haltung. In Sachsengrün, der Dresdner Kulturgeschichtlichen Zeitschrift, wurde 1861 seine Äußerung anlässlich des Kaufes eines Guido-Reni-Gemäldes kolportiert: „Wir können Erdäpfel essen, aber ich muss etwas Schönes sehen und haben; das gibt eine Nahrung, die ich brauche, und ist auch ein Kapital für meine Familie“, in der die später zu Berühmtheit gelangten Söhne Julius und Ludwig Ferdinand aufwuchsen.
Carl Werners Porträt seines Lehrers im Atelier ist zugleich eine Hommage auf das Lebenswerk dieses Mannes. Denn links von der Tür, die einen schmalen Spalt geöffnet ist, hängt ein Selbstbildnis Schnorrs aus dem Jahr 1820 (siehe Zusatzabb.). Ein Werk aus einer Zeit des Zenits, in der Schnorr von Carolsfeld seine erst im Jahr 2000 publizierte Lebensgeschichte, zugleich als ein Sonst und Jetzt in einem Zeitraum von 55 Jahren niederschrieb. So ist dieses Atelier im Goetheschen Sinne ein Raum, der „sehr vieles“, ja vielleicht alles umfasst: das Charakterbild eines Künstlers im „Gehäuse“ seiner Wirkungsstätte.


Provenienz: Aus dem Nachlass Julius Schnorr von Carolsfelds.
Prof. Dr. Ludwig Schnorr von Carolsfeld, Berlin (1877 - 1945).
Seither in Familienbesitz.

Ausstellung: Berlin, Akademie-Ausstellung 1832.

Literatur: Helmut Börsch-Supan: Die Kataloge der Berliner Akademie-Ausstellungen 1786 - 1850, Berlin 1971: 1832: Nr. 1312 ("Attelier des Prof. Schnorr von Carlsfeld in der Pleissenburg zu Leipzig").
Friedrich von Bötticher: Malerwerke des 19. Jahrhunderts: Carl Werner Nr. 6 ("Malerstube").

Schätzpreis
€ 12.000   (US$ 14.040)


Zuschlag
€ 85.000 (US$ 99.450)



» Gemälde
Witherington, William Frederick
Indien: Blick auf einen Fluss im Hochland

Los 6108

Indien: Blick auf einen Fluss im Hochland, im Vordergrund Hirten mit Wasserbüffeln.
Öl auf Holz. 24,5 x 40,5 cm. Links unten signiert "W. F. Witherington", sowie verso auf der Holztafel erneut mit dem Pinsel signiert "W. F. Witherington". Um 1820.

Der in London geborene Witherington studierte ab 1805 an der Royal Academy und stellte dort ab 1811 bis zu seinem Tode regelmäßig seine Gemälde aus. In seinem Frühwerk orientierte er sich an der Landschaftsauffassung George Morlands, weshalb er in seinen Landschaften oft auch der Figurenstaffage, und sei sie noch so klein, große Bedeutung beimaß. Zwischen 1819 und 1827 stellte er eine Reihe von Arbeiten mit Darstellungen Indiens aus, für die er auf Skizzen des Lt. Col. John Johnson von der East India Company zurückgegriffen hatte, welcher 1819 nach England zurückgekehrt war. Auf vorliegendem Gemälde zeigt sich Witheringtons Liebe zum Detail zum Beispiel in den bis ins kleinste gestalteten Figuren, welche auf der malerisch am Flussufer gelegenen Steinbank in der Bildmitte Platz genommen haben. Eine Familie mit Sonnenschirm ist im Gespräch neben zwei entspannt auf der Bank sitzenden Männern zu sehen, während links ein Mann in Richtung der Gruppe gestikuliert und sich zwei Frauen im Sari langsam spazierend von links nähern. Die englisch erscheinende, abgestellte Kutsche zur Linken könnte darauf hindeuten, dass man sich hier an einem Aussichtspunkt zur Rast auf einer Reise niedergelassen hat.

Provenienz: Kunsthandlung Sagert, Berlin
Sammlung Schulze, Berlin (laut Schreiben auf der Rückseite seit mindestens 1962)
Privatsammlung Berlin

Schätzpreis
€ 2.500   (US$ 2.925)


Zuschlag
€ 18.000 (US$ 21.060)



» Gemälde
Witherington, William Frederick
Indien: Blick auf einen Fluss im Hochland

Los 6108

Indien: Blick auf einen Fluss im Hochland, im Vordergrund Hirten mit Wasserbüffeln.
Öl auf Holz. 24,5 x 40,5 cm. Links unten signiert "W. F. Witherington", sowie verso auf der Holztafel erneut mit dem Pinsel signiert "W. F. Witherington". Um 1820.

Der in London geborene Witherington studierte ab 1805 an der Royal Academy und stellte dort ab 1811 bis zu seinem Tode regelmäßig seine Gemälde aus. In seinem Frühwerk orientierte er sich an der Landschaftsauffassung George Morlands, weshalb er in seinen Landschaften oft auch der Figurenstaffage, und sei sie noch so klein, große Bedeutung beimaß. Zwischen 1819 und 1827 stellte er eine Reihe von Arbeiten mit Darstellungen Indiens aus, für die er auf Skizzen des Lt. Col. John Johnson von der East India Company zurückgegriffen hatte, welcher 1819 nach England zurückgekehrt war. Auf vorliegendem Gemälde zeigt sich Witheringtons Liebe zum Detail zum Beispiel in den bis ins kleinste gestalteten Figuren, welche auf der malerisch am Flussufer gelegenen Steinbank in der Bildmitte Platz genommen haben. Eine Familie mit Sonnenschirm ist im Gespräch neben zwei entspannt auf der Bank sitzenden Männern zu sehen, während links ein Mann in Richtung der Gruppe gestikuliert und sich zwei Frauen im Sari langsam spazierend von links nähern. Die englisch erscheinende, abgestellte Kutsche zur Linken könnte darauf hindeuten, dass man sich hier an einem Aussichtspunkt zur Rast auf einer Reise niedergelassen hat.

Provenienz: Kunsthandlung Sagert, Berlin
Sammlung Schulze, Berlin (laut Schreiben auf der Rückseite seit mindestens 1962)
Privatsammlung Berlin

Schätzpreis
€ 2.500   (US$ 2.925)


Zuschlag
€ 18.000 (US$ 21.060)



» Gemälde
Mønsted, Peder
Herbststimmung im Spreewald mit Stechkähnen auf...

Los 6168

Herbststimmung im Spreewald mit Stechkähnen auf einem Fluß.
Öl auf Leinwand. 38,2 x 51,2 cm. Unten rechts signiert und bezeichnet "P Mönsted/ Spreewald". Um 1913.

Vergleichbare Spreewalddarstellungen finden sich im Œuvre des weitgereisten Peder Mønsted in die Jahre 1913/14 datiert.

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.680)


Zuschlag
€ 9.000 (US$ 10.530)



» Gemälde
Mønsted, Peder
Herbststimmung im Spreewald mit Stechkähnen auf...

Los 6168

Herbststimmung im Spreewald mit Stechkähnen auf einem Fluß.
Öl auf Leinwand. 38,2 x 51,2 cm. Unten rechts signiert und bezeichnet "P Mönsted/ Spreewald". Um 1913.

Vergleichbare Spreewalddarstellungen finden sich im Œuvre des weitgereisten Peder Mønsted in die Jahre 1913/14 datiert.

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.680)


Zuschlag
€ 9.000 (US$ 10.530)



» Gemälde
Kuhnert, Wilhelm
Tropennacht am Fluss

Los 6207

Tropennacht am Fluss.
Öl auf Pappe. 37,7 x 45 cm. Unten rechts signiert und datiert "Wilh. Kuhnert 1918", verso bez. "Wilh. Kuhnert 'Tropennacht'".

Das ungewöhnlich reizvolle Motiv zeigt eine Zebraherde an einem nächtlichen Fluss. Die Szene wird vom Mond in ein kühles Licht getaucht, zahlreiche Glühwürmchen schwärmen am Flussufer und erscheinen als kleine Lichtpunkte. Kuhnert hat sich im Rahmen seines Buches "Im Lande meiner Modelle", das 1918 in Leipzig erschien, mit dem Thema einer Zebraherde an der Tränke beschäftigt. Dieses Motiv erscheint in der Publikation als Lithographie nach Seite 251, wobei die Komposition sowohl des Gemäldes und der Lithographie übereinstimmen. Die Autorschaft Kuhnerts wird von Angelika Grettmann-Werner in einem Gutachten vom 7. Mai 2015 bestätigt (im Original vorhanden). Das Werk ist im Werkverzeichnis Wilhelm Kuhnerts unter der Nr. 4031 eingetragen.

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.680)


Zuschlag
€ 12.000 (US$ 14.040)



» Gemälde
Kuhnert, Wilhelm
Tropennacht am Fluss

Los 6207

Tropennacht am Fluss.
Öl auf Pappe. 37,7 x 45 cm. Unten rechts signiert und datiert "Wilh. Kuhnert 1918", verso bez. "Wilh. Kuhnert 'Tropennacht'".

Das ungewöhnlich reizvolle Motiv zeigt eine Zebraherde an einem nächtlichen Fluss. Die Szene wird vom Mond in ein kühles Licht getaucht, zahlreiche Glühwürmchen schwärmen am Flussufer und erscheinen als kleine Lichtpunkte. Kuhnert hat sich im Rahmen seines Buches "Im Lande meiner Modelle", das 1918 in Leipzig erschien, mit dem Thema einer Zebraherde an der Tränke beschäftigt. Dieses Motiv erscheint in der Publikation als Lithographie nach Seite 251, wobei die Komposition sowohl des Gemäldes und der Lithographie übereinstimmen. Die Autorschaft Kuhnerts wird von Angelika Grettmann-Werner in einem Gutachten vom 7. Mai 2015 bestätigt (im Original vorhanden). Das Werk ist im Werkverzeichnis Wilhelm Kuhnerts unter der Nr. 4031 eingetragen.

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.680)


Zuschlag
€ 12.000 (US$ 14.040)



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