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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Hauptbild Beschreibung Status
Montesquieu, Charles-Louis de Secondat
De l'esprit des loix. Genf, Barrillot, 1748

Los 1444

(Montesquieu, Charles-Louis de Secondat). De l'esprit des loix ou du rapport que les loix doivent avoir avec la constitution de chaque gouvernement, les moeurs, le climat, la religion, le commerce, &c. 2 Bände. 4 Bl., XXIV, 522 S.; 2 Bl. 564, XVI S. Mit gefalteter Kupferstichkarte. 25 x 18,5 cm. Marmorierte geglättete Kalbslederbände d. Z. (Gelenke brüchig und wie die Kanten und einige Fehlstellen sauber restauriert) mit 2 goldgeprägten RSchildern, RVergoldung (teils abgerieben), dreiseitigem Rotschnitt und türkischen Marmorpapiervorsätzen in moderner Maroquin-Kassette mit Holz- und grünem Rochenlederintarsien sowie goldgeprägtem Rückentitel. Genf, Barrillot & Fils, (1748).

PMM 197. Tchemerzine VIII, 459. Kress 4920. Goldsmith 8375. Le Petit 495. INED 3253. – Sehr seltener erster Druck der ersten Ausgabe von Montesquieus berühmtem Werk "Vom Geiste der Gesetze". Der erste Druck weicht in der Titeltypographie leicht von dem späteren Druck des Jahres 1749 ab, dem dann noch eine Karte beigegeben wurde. Merkmale sind u. a. die Schreibung des Verlegers "Barrillot" statt "Barillot".
"In vieler Hinsicht eines der bemerkenswertesten Bücher des 18. Jahrhunderts, widersetzt sich der Geist der Gesetze hauptsächlich wegen der hohen Abstraktheit, womit seine Erkenntnisse vorgetragen werden, der Einordnung und hat sich aus diesem Grund nie einer großen Popularität erfreut ... Als das Buch vollendet war, rieten ihm nahezu alle seine Freunde von der Veröffentlichung ab. Montesquieu schenkte dem keine Beachtung und ließ das Buch im Herbst 1748 in Genf drucken ... Der ausgeprägteste Zug dieses gewaltigen Kompendiums ist seine Mäßigung ... Es ist eine auf Schritt und Tritt originale, selbstständige Überschau, die weder doktrinär, visionär, exzentrisch noch übermäßig systematisch ist ... das hier entworfene Bild einer liberalen, wohlwollenden Monarchie, die durch Sicherungen der persönlichen Freiheit eingeschränkt ist, sollte sich als ungewöhnlich einflußreich erweisen" (Carter-Muir 197).
"Montesquieu is known for the destructive criticism of French legal and political institutions contained in the Lettres persanes (1721) and for the constructive critiscism of De l'esprit des lois, in which he compared the various kinds of constitution, with special reference to the defects of the French monarchical system. He put forward a liberal and benevolent form of monarchy subject to safeguards of individual liberty. His theories deeply influenced the political thinking which led to the French and the American Revolutions" (PMM 342). – Papier teils leicht wellig, nur vereinzelt gering gebräunt oder ganz leicht sprenkelfleckig, insgesamt sehr schönes Exemplar dieses Rarissimums der Staatsphilosophie.

English: Extremely rare first print of the first edition of Montesquieu's famous work "The Spirit of the Laws". Paper slightly undulated, here and there some browning and spotting. Mottled contemporary calf (joints brittle, edges and the few damages neatly restored) with gilt spine (minimal abrasion), gilt spine title, red edges all over. Flyleaves in Turkish marbled paper. Boxed in modern morocco cassette with wooden, ray leather intarsia and gilt label. Altogether very nice copy of this rarity in state philosophy.

Schätzpreis
€ 9.000   (US$ 10.440)



» Nationalökonomie
Turgot, Anne-Robert-Jacques
Untersuchung über die Natur und den Ursprung de...

Los 1650

Turgot, Anne-Robert-Jacques. Untersuchung über die Natur und den Ursprung der Reichthümer und ihrer Vertheilung unter den verschiedenen Gliedern der bürgerlichen Geselschaft. Aus dem Französischen übersetzt. 136 S. 18 x 11 cm. Moderner Pergamentband (VUmschlag einer früheren Broschur eingebunden). Lemgo, Meyer, 1775.

VD18 10177566. – Erste deutsche Ausgabe von Turgots für die Geschichte der Nationalökonomie epochaler Schrift, der Erstdruck erschien 1769 bis 1770 unter dem Titel Réflexions sur la formation et la distribution des richesses in Duponts Zeitschrift Ephémérides du citoyen. Turgot teilt darin die Gesellschaft in drei Klassen: die produktive oder landwirtschaftliche, die Handwerkerklasse, und die Klasse der Landbesitzer. Nach seiner Theorie des "impôt unique" sollte nur der Nettogewinn aus dem Land versteuert werden, zudem verlangte er die völlige Freiheit von Handel und Industrie. – Minimale Flecken. Wohlerhaltenes und sauberes Exemplar, unbeschnitten.

English: First German edition of Turgot's "History of National Economy", the first print dates 1769. Minimal spotting, well preserved, clean copy, uncut. Modern vellum.

Schätzpreis
€ 10.000   (US$ 11.600)



» Nationalökonomie
Alonso de San Antonio
Gloriosos titulos, apostólicos, y reales, origi...

Los 1713

Alonso de San Antonio. Gloriosos titulos, apostólicos, y reales, originarios, y privativos de la sagrada religion descalça, y calçada de la Santissima Trinidad, de redencion de cautivos. Por los quales se les deve en todos los Reynos de la corona de España, y Francia la Primacia, y antiguedad de Religion aprovada... Dividese En Cinco Partes [und Teil II:] A honra, y gloria de la Santísima Trinidad. Titulos prticulares de redentora de cautivos. 2 Teile in 1 Band. 4 nn, 4 nn.("Indice dela bulas" auf Papier), 78 num. Bl.; 8 nn., 124 num., 2 nn. (le. w.). Bl. Mit 1 Textholzschnitt und 2 Kupfertafel (in Pag.). 29,5 x 20 cm. Lädiertes Leder d. Z. (großes Rückenstück am Fuß fehlt, Gelenke brüchig, Deckel mit breiten schwarzen Tintenflecken und -spritzern, beschabt und bestoßen, ohne die Schließen) über Holzdeckeln mit Blindprägung und Rotschnitt. Madrid, María de Quiñones, 1661.

José Simón Díaz, Bibliografía de la literatura hispánica V, 1636 (inkomplett). – Äußerst seltenes, umfangreiches Kompendium über den Trinitariaorden, den "Ordo Sanctissimae Trinitatis redemptionis captivorum" (Orden der allerheiligsten Dreifaltigkeit und dem Loskauf der Gefangenen), der sich seit seiner Gründung dem Freikauf der von den Sarazenen Gefangenen widmete. Das Inhaltsverzeichnis (auf Papier) führt die Bullen und Erlässe der Päpste bezüglich der Trinitarier von Eugen III. bis Urban VIII. auf. Die im Haupttext dann teils vollständig wiedergegebenen Bullen beziehen zumeist auf die wirtschaftliche Situation des Ordens: Bula von 1198: "Donaciones para Redempciones de cautivos", Bula von 1209: "... en que le haze doncación de innumerables possessiones, lugares, molinos, y heredades". – Die vier Blätter "Indice de las bulas trinitarias" sind auf Papier, sonst ist das ganze Exemplar auf starkes, festes Pergament gedruckt. Auf Blatt 78verso finden sich zahlreiche notarielle Unterschriften, teils mit hs. Siegelmarke. Am Ende des zweiten Teils, auf dem letzten Blatt ebenso. Teilweise stärker gebräunt, eine zeitgenössiche Pergamentnaht (überdruckt) und einige Knorpelausschnitte bzw. zwei fehlende Ecken (aus dem Originalzustand des Pergaments), einige Blätter fleckig, gegilbt und teils auf der Haarseite etwas gedunkelt.
Zur Kollation: Im Block der 124 num. Blätter ist die Foliierung ab Blatt 61 bis 77 unterbrochen bzw. unregelmäßig). Das vorliegende ist das wohl einzige vollständige Exemplar, so fehlt etwa dem in der Berliner Staatsbibliothek vorhandene Exemplar das Titelblatt und die beiden folgenden Blätter, Anmerkung dort: "Titel ergänzt nach Digitalisat der Universität Complutense Madrid (dort Hauptwerk nur bis Bl. 40 vorhanden). Autopsie nach unvollständigem Exemplar der SBB, dem das Haupttitelblatt sowie die beiden folgenden Bl. fehlen". Auch den zehn in den spanischen Bibliotheken bewahrten Exemplaren fehlen jeweils einige Blätter, keines ist vollständig. Damit ist das uns vorliegende nachweislich wohl das einzige vollständige Exemplar in öffentlichen Bibliotheken weltweit. – Nachgebunden: Adiciones por años a los privilegios reales, y demas. S. 159-174. Memorial y tabla, en que se citan los folios, y clausulas de los instrumentos impressos, y autenticos de las sagradas religiones. 8 Bl. - Auf Papier, fleckig, kleine Löcher gebräunt.

English: Very rare, voluminous handbook about the Trinitarian Order, who's founding-intention was the liberation of Christians imprisioned by Muslims during the age of the crusades, for whom they paid ransom. Therefore plenty of Bullas are reproduced which concern the Trinitarian economy - from Eugene III to Urban VIII. - Four leaves "index" on paper, the rest is printed on strong vellum. Leaf 75v with numerous manuscript entries by advocats, partly with their calligraphic seal. Here and there some stronger browning, some contemporary fissures and small holes in vellum, to corners cut. The present copy seems to be the only extant complete one, as the only Berlin Staatsbibliothek copy and all ten Spain copies have only incomplete copies. - Damaged contemporary calf (large piece spine leather missing, joints brittle, cover with strong, large ink blots, rubbed and scuffed, without clasps) over wooden boards with blind pressing and red edges.

Schätzpreis
€ 6.000   (US$ 6.959)



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Chicorro, José de Abreu Bacelar
Memoria Economico Politica da Provincia da Extr...

Los 1802

Königliches Exemplar des João VI. - Ein bedeutendes wirtschafts- und staatstheoretisches Manuskript
Chichorro, José de Abreu Bacelar. "Memoria Economico Politica da Provincia da Extremadura. Traçada sobre as Instrucçoes Regias de 17 de Janeiro de 1793." Portugiesische Handschrift auf Papier. 8 nn., 126 num. Bl. 33,5 x 21,2 cm. Geglättetes weinrotes Maroquin d. Z. (minimal bestoßen, winzige Kratzspur auf dem Rücken) mit reichster RVergoldung, breiter goldgeprägter floraler Deckelbordüre, großem dunkelgrünen, als Lederintarsie auf dem VDeckel aufgebrachten goldgeprägtem Titelschild sowie Stehkantenvergoldung und goldgeprägtem Wappensupralibros auf dem Rückdeckel. (Mérida) 1795.

Vgl. Amzalak 1943 (s.u.). – Originalmanuskript eines der wichtigsten wirschaftlichen Traktate, gebunden in einen Prachteinband für König João VI. (1767-1826) aus dem Hause Braganza. Neben ein paar wenigen Pamphleten, die 1809 veröffentlicht wurden, handelt es sich bei diesem Manuskript in Reinschrift um den einzigen auf uns überkommenen Text des bedeutenden und einflussreichen Wirtschaftswissenschaftlers, königlichen Inspektors und Schriftstellers José de Abreu Bacelar Chicorro (geb. um 1750). Auf dem Titel die Schreibweise "Chichorro". Es enthält ferner auch eine erste Kurzversion desselben Textes, die ebenfalls hier beigegeben wurde.
"Little ist known of the public life of Chicorro except that he was an exceptional administrator, learned in many fields. He was apointed an adviser first to Queen Maria I and then to King João VI, who made him a Chevalier of the Order of Christ in recognition of his services to the country.
On the 17th January 1793 King João VI of Portugal gave instructions for a methodical statistical survey of the country. On the same day Chicorro was appointed 'Juiz demarcante' of the Province of Estremnadura: he was given the task of surveying and checking thoroughly the population, agriculture, manufactures, commerce and productions of every district of the Province.
In fact Chicorro produced a report of much wider scope than instructed. He explains that he had added some connected reflexions, in order that his theoretical approach may be understood. He states 'In the first four chapters I have used abstract terms to make my principles ore firmy estabilshes (in the mind of the reader).

These four chapters deal with theoretical considerations concerning the nature of public walth and the ways of acheiving and measuring it, the means of production, industry and its various branches, the nature of population and the laws which favour or hamper its progress. Chicorro repudiates most of the mercantilist and physiocratic principles, then prevailing in Portugal, and adopts the doctrines of the classical economists and the econometricians. On leaf 40 there are direct references to Adam Smith' 'Richesse des Nations' and Arthur Young's 'Arithmétique Politique, as well as to Necker, Finalgieri and Galiani (he appears to have had access to French translations).

The following passage shows the influence of Smith, It is not the abundance of money, as many politicians think, that creates the happiness and wealth of a nation. Gold and silver have no real value of their own; the world attributes to them ficticious values to faciliate the trade and exchange of goods, necessary to life and taste; they are unable to generate anything themselves and are therefore useless. The land, although it bears fruit by itself, is not sufficient to create public happiness and wealth. The industry of man is the only factor which makes for the strength, greatness, happiness and public wealth of a nation ... It is an active and well regulated industry that reconciles public happiness and public wealth'.

Frome these 'modern' principles, Chicorro draws up an programme of reform to promote agriculture and industry, to undertake substantial public works, to abolish monopolies and to give commerce complete freedom.

Chicorro then defines the scope and the methods of his survey, and here he is not in complete agreement with Young, criticising some of his indices and replacing them with others he feels more relevant. He returs briefly to the question of population, developing a populationist view, arguing that increasing population is synomymous with increasing wealth.

From Chapter V onwards he analyses the specific situation of Estremadura Province. He observes the lack of organisation of labour 'which accounts for the comparatively high price of our own products in relation with England and France'. He reflects upon the under-employment of a large part of the population, and yet the hard working conditions of women.

He deals with the many obstacles to real economic development of the Province and the way in which they may be overcome. He analyses taxation observing 'Imposition ought to be soft, uniform and certain'. Chicorro displays a great knowledge of the history of taxation in Portugal.

Later in chapter XV he analyses the means to promote agriculture, commerce and arts, emphasising the importance of education. The last chapter proposes to create 'Academies or Economic Societies of the Friends ofn the Motherland', similar to those crated a few years earlier in Spain.

Altogether this remarkable manuscript both for its enlightened economic ideas and its practical application in a country which was out of the mainstream of advancement being enjoyed by most other parts of Europe" (zit. nach Dr. L. Ribeiro, Da memoria economico-politica da Provincia da Estremadura de José de Abreu Bacelar Chichorro, in: Atlante, Revista mensal de Lisboa, ano I, No. I, Março 1925, S. 17-20. Vgl. auch Inocencio Francisco da Silva, Dicionario bibliográfico Portuguese IV, Lissabon 1860, S. 181). – Durchgehend sehr sauber und frisch, sehr schönes, höchst dekorativ gebundenes Exemplar für die königliche Bibliothek Joãos VI. mit dessen goldgeprägten Wappen auf dem Rückdeckel: Das gekrönte Wappenschild mit den fünf Quincunx-Schildern, die wiederum in Quincunx angeordnet sind, umgeben von den sechs "torres".
Zur Provenienz:
Das Werk war die Präsentationsreinschrift für João VI. 1795, ging dann an die berühmte Biblioteca Ameal, des João Maria Correia Ayres de Campos, Primer conde de Ameal (vgl. den Katalog: Cataloge livraria Conde de Ameal, Porto 1924, S. 704). Daraufhin wurde das Manuskript auf der Ameal-Auktion in Porto im Jahre 1924 (Los 2627) verkauft und von der Familie wiedererworben. Schließlich erwarb der Wirtschaftshistoriker, Professor M. B. Amzalak, das Manuskript, der es in der Folge mit wissenschaftlichen Anmerkungen in nur 200 Exemplaren publizierte (beiliegend). – Beigegeben ist der Nachdruck der "Memoria" mit dem vollständig transkribierten Text: José de Abreu Bacelar Chicorro [sic]. A Memória económico-política da Província da Estremadura. Publicada com introduçao e notas por Moses Bensabat Amzalak. 126 S., 3 Bl. Lissabon 1943. 24 x 18,5 cm. Illustrierte OBroschur (nach dem kalligraphischen Titel des Originalmanuskripts).

English: Important manuscript of economic and state theory. Original Royal fair copy for John VI of Portugal. Apart from a few pamphlets published in 1809, the only document by influential econimist, royal inspector and writer Chichorro passed onto us. A "remarkable manuscript both for its enlightened economic ideas and its practical application in a country which was out of the mainstream of advancement being enjoyed by most other parts of Europe". Throughout clean and fresh, very beautiful copy, highly decorative binding with the gilt coat of arms of John VI on the back cover. Provenance information: The publication was the representative fair copy for John VI of Portugal (1795), then passed on to the famous Biblioteca Ameal of João Maria Correia Ayres de Campos, Primer conde de Ameal (cf. catalogue livraria Conde de Ameal, Porto 1924, p. 704). Thereupon the manuscript was sold at the Ameal auction in Porto in 1924 (lot 2627) and reacquired by the family. Finally economic historian, Professor M. B. Amzalak, acquired the manuscript and subsequently published a transcript with academic annotations. Overall 200 copies of annotated transcript the were issued (one copy enclosed). Contemporary smoothed wine-red morocco (minimally bumped, tiny scratch on the spine), lavishly gilt spin, wide gilt borders on the cover, large dark-green leather intarsia on front cover, gilt spine label, gilt foot sticks, and gilt-stamped amorial centerpiece on the back cover.

Schätzpreis
€ 8.000   (US$ 9.280)



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Felipe II
Marmolejo. Privilegio de la iuridicion y rentas...

Los 1836

Einziges bekanntes Exemplar - der seltenste spanische Druck
Felipe II. - Marmolejo. Privilegio de la iuridicion y rentas juridicionales y temporales de la villa Marmol, a Iuan Vazquez de Salazar secretario de su Magestad y de su consejo para desde principio del anno de 1577 en adelante. 1 nn., XLIII num. Bl. Mit Titelholzschnitt-Bordüre, großem Wappenholzschnitt verso Titel und 10-zeiliger Holzschnitt-Bordüre. Ca. 41 x 30 cm. Pergamentumschlag d. Z. (minimal abgegriffen und fleckig) in brauner Maroquin-Kassette mit goldgeprägtem RTitel und Blindfileten. O. O. und Dr. (d. i. Madrid, Imprenta Royal?), 1577.

Nicht bei Palau, Colmeiro, Goldsmiths, Kress etc. – Rarissimum auf Pergament: eine spanische Urkunde über die Verleihung von königlichen Privilegien an Juan Vazquez de Salazar, dem Bürgermeister, dem "Señor de la Villa de El Mármol", einer kleinen Stadt in der Nähe von Jaén in Andalusien. Gedruckt in einer kraftvollen, sauberen Gotica textura ist das Dokument am Ende vielfach von den Verantwortlichen, Notaren und Advokaten signiert, meist mit Zusatz des kalligraphischen Siegels.
Ein vergleichbares Dokument von 1576 wurde von Albi Rosenthal, Oxford, ca. 1953 in seinem Katalog "Books on Spain" unter der Nummer 872 beschrieben. Die Angaben bei Rosenthal zum Interesse des Drucks sind mutatis mutandis auch auf unseren Druck übertragbar.
Von größter Seltenheit, wahrscheinlich nur in kleinster Auflage gedruckt, ist das uns vorliegende weltweit das einzige bekannte Exemplar. Lediglich in der Archivbibliothek des "Ministerio de Educación, Cultura y Deporte. Biblioteca Virtual del Patrimonio Bibliográfico" findet sich ein Nachweis, der allerdings zu einer Kopie bzw. einem Digitalisat führt, für das wohl das vorliegende Exemplar die Vorlage (Pergamentexemplar - Piel) abgab (Biblioteca Virtual del Patrimonio Bibliográfico 1577 - mit dem Kommentar: "Es un traslado reconocido de la carta de privilegio original Hojas impresas por ambas caras. Digitalización. Vitoria-Gasteiz : Fundación Sancho el Sabio, 2008. Digitalización. Vitoria-Gasteiz : Archivos y Bibliotecas, Mayo 1995. Piel". – Leicht wellig, kaum gebräunt, gering und nur vereinzelt fleckig, jede Seite mit zwei kalligraphischen Schnörkelsiegeln zur Echtsheitsbestätigung von den Notaren Miguel Dearai und Diego de Honora. Bemerkenswert breitrandig. – Beiliegt eine weitere, auf Pergament gedruckte Urkunde: Privilegio de las Alcavalas de la villa de Marmól, y sus terminos y jurisdiction, a Iuan Vazquez de Salazar ... señor de la dicha villa. 1 nn., VIII num., 1 nn. Bl. Mit Titelholzschnitt-Bordüre, großem Wappenholzschnitt verso Titel und 10-zeiliger Holzschnitt-Initiale. 38 x 28 cm. Bindung mit roter und gelber Kordel d. Z. Ebenda 1577. - Titel mit kleiner hs. Nummer, Ränder knittrig und stärker angestaubt, etwas wellig, fleckig und eselsohrig, im Text aber sehr schön erhalten.

English: Extremely rare certificate (only printed in very small number) granting royal privileges to Juan Vazquez de Salazar, the mayor of a small town near Jaén, Andalusia. Only copy known, rarest Spanish print. Slightly wavy, hardly any browning, only few scattered stains. Each page with two calligraphy seals by the notaries Miguel Dearai and Diego de Honora. Remarkably wide margins. Contemporary vellum wrapper (minor signs of use and finger stains). Boxed in brown morocco cassette with gilt spine title and blind fillets.

Schätzpreis
€ 12.000   (US$ 13.919)



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Marx, Karl
El Capital. Traducción por Pablo Correa y Zafrilla

Los 1931

Die seltenste Karl-Marx-Ausgabe: "El Capital" von 1886
Marx, Karl. El Capital. Traducción por Pablo Correa y Zafrilla. 25 x 17 cm. Blutrot marmoriertes und geglättetes Kalbsleder um 1915 (kaum berieben) mit goldgeprägtem RTitel und feinen Goldfileten. Madrid, Dionisio de los Ríos, 1886.

Uroéva 245. Nicht bei Stammhammer. – Erste spanische Ausgabe von Karl Marx' (1818-1883) Hauptwerk "Das Kapital", seiner Analyse und Kritik der kapitalistischen Gesellschaft, dessen erster Teil 1867, annähernd 20 Jahre nach dem programmatischen und die Weltgeschichte bis in die Gegenwart maßgeblich beeinflussenden „Kommunistischen Manifest" erschienen war und diesem in seiner Bedeutung gleichkam: „The summation of his quarter of a century's economic studies" (Carter-Muir 359). Im Mittelpunkt steht der für die Kapitalismus-Analyse zentrale, heute noch in allen Bereichen unverzichtbare Begriff des „Mehrwerts". Lediglich der erste Teil wurde von Marx selbst zum Druck gegeben, die Herausgabe der späteren Bände (Band II: 1885 und Band III: 1894, in zwei Teilen) besorgte Friedrich Engels (1820-1895).

Die vorliegende spanische Ausgabe unter der Autorenschreibweise "Carl Marx" und mit dem Titel "El Capital" ist allerdings eine gekürzte, auszugsweise bearbeitete Ausgabe aus dem ersten Band. Sie wurde nur in wenigen Exemplaren gedruckt, nachdem sie der Zeitschriftenredakteur, Übersetzer, Schriftsteller und Anwalt des bedeutenden "Colegio de Madrid" und Herausgeber der Zeitung "La República" übersetzt hatte. Pablo Correa y Zafrilla hatte einige der wichtigsten Passagen aus der Schrift von Karl Marx zunächst zum Abdruck in "La República" aus dem Deutschen übertragen, die dann im Jahr 1886 sukkzessive erschienen. Dies geschah, so schreibt Manual Ortiz Heras (s.u.), eindeutig mit der Absicht, die vollständige Ausgabe der Übersetzung herauszubringen - und zwar nur für den ausgewählten, kleinen Kreis spanischer Sozialisten, die gerade ihr eigenes Presseorgan mit dem Periodikum "El Socialista" gegründet hatten.

Diese Voreiligkeit, so Ortiz Heras, erklärt so manche nicht unbedeutende, den Sinn teils verändernde, Ungenauigkeiten der Übersetzung "Esa premura explica las importantes inexactitudes en las que el traductor incurrió. En este sentido, su obra significa un intento de incorporar las doctrinas socialistas a la ideología republicana de izquierdas, para conservar sus apoyos sociales frente a la competencia de las emergentes fuerzas obreristas. Esa es la principal aportación de Democracia, federación y socialismo, en la que conjugaba la teoría federativa de Pi y Margall con un análisis de la propiedad con claros tintes marxistas" (Wikipedia, zit. nach: Manuel Ortiz Heras, Movimientos Sociales y Estado en la España Contemporánea. 2001, S. 93).

Die "offizielle" Erstausgabe sollte eigentlich erst 1887 herauskommen, so dass wohl nur auf wenigen Titelblättern das Datum "1886" erschien, während der Umschlag auf "1887" datiert wurde: "Precisamente, fue en La República donde comenzó a publicar en 1886 la primera traducción española de 'El Capital' de Karl Marx, editada en 1887.​ Era, claramente, un intento de anticiparse a la publicación de la obra de Marx por los socialistas que, en aquellos momentos, contaban ya con un órgano de prensa: El Socialista" (ebenda).

"En Espagne, c'est Paul Lafargue qui allait jouer à l'époque un rôle remarquable dans la diffusion du marxisme. A la fin de 1871, contraint de quitter la France aprés la chute de la Commune, Lafargue, arrivé à Madrid, n'y tarda pas à participer à la publication du journal 'Emancipación' qui développa dès lors, et non sans succès, une vaste campagne en faveur de L'Internationale contre les anarchistes espagnols. Répandant dans ses colonnes les idées d'un socialisme scientifique, ce journal publiait régulièrement des articles de Marx et d'Engels, des fragments de leurs ouvrages et, entre autres, du 'Capital'. Le 26 octobre 1872, 'Emancipación' publia en espagnol la préface de Marx à la première édition allemande et sa lettre à La Châtre, l'éditeur de la version française. Dans ce même numéro, on faisait savoir aux lecteurs que les livraisons de la version française étaient vendues au bureau d'expédition du journal.

L'année suivante, 'Emancipación' publia en espagnol le quatrième chapitre du Ier volume du 'Capital'. A la traduction d'un livre in extenso travaillaient Paul Lafargue et Pablo Iglesias, dirigeant en vue du mouvement ouvrier espagnol et membre de la rédaction du journal mentionné. On ignore toutefois le destin de ce travail.
C'est en 1886 seulement que parut à Madrid la première version espagnole du 'Capital', inachevée, 245 pages à peine, et portant sur la couverture la mention 'Année 1887" (der Umschlag ist hier nicht vorhanden; zit.: Anna Uroéva, Une Oeuvre éternelle, Les pionniers de l'édition du 'Capital', 1969, s. 233-234). – Gedruckt auf brüchigem Papier mit entsprechenden kleinen Randläsuren und Einrissen im unbeschnittenen Block, papierbedingt gebräunt, stellenweise etwas stärker, Vortitel mit Wasserrändern, sonst nur ganz vereinzelte Feuchtfleckchen, einige Lagen am Anfang mit dem Lizenzstempel der Spanischen Krone "Timbre 3 Pe[se]tas 10 Kil[o]s Madrid" mit Wappen. Insgesamt ordentliches, gutes unbeschnittenes und unaufgeschnittenes Exemplar von größter Seltenheit. Auch wenn der Worldcat es verzeichnet, kann keine einzige Bibliothek nachgewiesen werden, die ein Exemplar der Ausgabe im Original besitzt. So konnten wir kein Exemplar in ganz Spanien, Nord- und Südamerika und in einer europäischen oder asiatischen Bibliothek finden. Wahrscheinlich wurden von dieser "Vorab-Publikation" nur ganz wenige Exemplare überhaupt gedruckt, von denen sich kaum eines bewahrte, da auch die Qualität des (Zeitungs-)Papiers meist keine lange Lebensdauer garantierte (vgl. Pedro Ribas, La primera traducción castellana de El capital, 1886-1887, in: Cuadernos Hispanoamericanos, Madrid (Juni 1985), S. 201-210. Ángelo Narváez León, Antecedentes históricos de la recepción de El Capital en España y Latinoamérica, 2013, S. 1-18). Manual Ortiz Heras, Movimientos Sociales y Estado en la España Contemporánea, 2001, S. 93).

English: First Spanish edition of Karl Marx major work "Das Kapital" (abridged version). Paper brittle, small tears to the untrimmed margins. Paper-related browning, partly stronger. Half title with water stains, otherwise only few scattered damp stains. Some of the first quires with license stamps of the Spanish crown. Altogether good copy, unopened, untrimmed. Of utmost rarity. Despite being listed in the WorldCat, no library known to possess a copy of the original - neither in Spain, nor in North- or South America or anywhere else. Crimson marbled and smoothed calf (around 1915, hardly rubbed) with gilt spine title and fine gilt fillets.

Schätzpreis
€ 12.000   (US$ 13.919)



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Samuel Andali Jueu
LXXXX dels XI sous III diners venuts per en Sam...

Los 1992

Juden im spanischen Lérida - Verkaufsurkunde des 14. Jahrhunderts
Samuel Andali Jueu. LXXXX dels XI sous III diners venuts per en Samuel andali sastre Jueu de Leyda a mossèn Guillem cagraha pagadors a sant gregori (Regeste). Urkunde in hellbrauner Kanzleischrift auf Pergament. 1 S. 37 Zeilen. Gothica cursiva. Schriftraum: Ca. 29,5 x 62 cm. Format: 37 x 68 cm. Gefaltet und eingelegt in moderne Kunstledermappe. Lérida 1355.

Verkaufsurkunde des katalanischen Schneiders Samuel Andali und seiner Frau Çecri, beide Juden aus der spanischen Provinzhauptstadt Lérida (Lleida) an den Priester Guillelmo Çagraha über eine regelmäßige Erbpacht, die der Geistliche jährlich, jeweils am Tag des Heiligen Georg, dem 12. März, auf ein Maus in Lacuyraçola, im Judenviertel von Lérida zu entrichten hat.

Die umfangreiche Urkunde ist auf den 4. und 6. März 1355 datiert und in hellbrauner, ordentlicher Kanzleischrift, der sog. "Escritura catalana aragonesca" abgefasst. Sie ist eines der bemerkenswert seltenen Beispiele für die spätmittelalterliche Privatwirschaft im katalanischen Spanien - und erlaubt tiefe Einblicke in die schwierige Situation, in der sich die jüdischen Bewohner Léridas befanden, zumal wenn sie mit Christen handelten.
Der Auftraggeber der Urkunde, der Jude Samuel Andali brauchte Geld, will sein Haus jedoch nicht verkaufen, sondern verpachten. Die Gesetze verpflichteten jüdische Bürger zur Abgabe eines Drittels des Verkaufspreises an den königlichen Vogt, den Baiulus, was Andali tunlichst vermeiden will. Auch der christliche Priester Guillelmo Çagraha darf kein Geld gegen Zinsen an Juden verleihen, woraus dann ein überaus komplizierter "Deal" mit dem Hin- und Herschieben von Geldern geschlossen wird, der daher wohl nicht so leicht von den Steuerbeamten nachvollzogen werden kann - und für den sich hier dann ganze fünf Zeugen und ein Notar verbürgen.

"Auch an dem Eigentum der Juden haften Merkmale der Unfreiheit. Die Juden und Sarazenen dürfen ihren Grundbesitz nur mit Zustimmung und Bestätigung des königlichen Baiulus an Christen verkaufen und haben an diesen Beamten den dritten Teil des Kaufpreises zu entrichten. Nun beansprucht allerdings auch sonst ein Grundherr beim Verkauf eines von ihm verliehenen Grundstückes ein Bestätigungsrecht und eine Verkaufsabgabe. Der König aber erhebt diese Ansprüche gegenüber jedwedem Grundbesitz der Ungläubigen, also auch gegenüber nicht von ihm selbst vedrliehenen Gut, als könnten die ungläubigen nur durch seine Hand Grund und Boden erwerben ... Verpflichtet sich nämlich ein Christ einem Juden kontraktlich, so hat der städtische Notar die Urkunde auszustellen; ist aber der Jude der kontraktlich gebundene Teil, so wird die Ausfertigung der Urkunde einem jüdischen Schreiber oder dem Rabbiner überwiesen. Aber diese Gleichstellung wurde 1301 aufgehoben; Jaime II. bestimmte in diesem Jahr auf Wunsch seiner Untertanen, daß bei allen Kontakten zwischen Christen und Ungläubigen die Urkunde immer nur durch einen christlichen Notar ausgestellt werden solle, niemals aber durch einen Juden oder Sarazenen" (Fritz Baer, Studien zur Geschichte der Juden im Königreich Aragonien während des 13. und 14. Jahrhunderts, Berlin 1913, S. 15 und 76f.).

"D’une manière générale, les actes notariés médiévaux de cette ampleur et dans un tel état de conservation sont tout sauf communs. Si l’on ajoute à cela les pertes considérables subies par les juifs d’Espagne avec la peste noire de 1348, les pogroms de 1391 et l’expulsion de 1492, la rareté de ce parchemin se conçoit aisément, d’autant que, en ce qui concerne la communauté de Lérida, dont les deux derniers siècles d’existence ne sont qu’une suite de destructions et de relèvements, on déplore l’absence totale d’archives privées. Le montage financier présenté ici est relativement complexe:

1) Samuel Andali semble avoir besoin de liquidités. Il dispose d’une maison, mais il ne souhaite pas la vendre (s’il la vend à un chrétien, il pourrait se voir contraint de payer au bailli royal une taxe égale au tiers du prix de vente (cf. F. Baer, Studien zur Geschichte der Juden im Königreich Aragonien, Berlin, 1913, p. 15 ; Die Juden im christlichen Spanien, I, 1, Berlin, 1929, p. 1035).

2) Un chrétien n’a pas le droit de prêter avec intérêt, et un juif n’a pas le droit de prêter avec intérêt à un autre juif. Samuel Andali 'vend' donc à Guillelmo Çagraha une redevance emphytéotique annuelle de 11 sous et 3 deniers (= 135 deniers) assise sur sa maison, moyennant la somme de 6 livres et 15 sous (=135 sous). Cela revient, pour Samuel Andali, à emprunter au denier douze, et pour Guillelmo Çagraha, à se constituer une rente au taux de 8 1/3 pour 100. Mais étant donné le net contraste entre la modicité des sommes en jeu d’une part, le grand nombre des intervenants (5 témoins, outre le fidejussor) et la qualité matérielle de la copie d’autre part, on est amené à se demander si la transaction n’a pas porté sur des sommes plus importantes, soustraites à la vigilance du fisc. Peut-être s’agit-il aussi d’une sorte d’assurance destinée à protéger le domicile et les personnes de Samuel Andali et de sa femme Çecri, juifs débiteurs d’un prêtre qui possède une solide option sur leur maison?

L’acte est rédigé en latin conformément à la loi de 1301 par laquelle le roi Jaume II ordonne que tous les contrats liant un chrétien à un non-chrétien soient rédigés par un notaire chrétien (F.Baer, Studien, p. 76-77; Die Juden im ch. S., I, 1, p. 1028 et 1056). Carsten Wilke nous a expliqué l’expression peu commune caçuba et matanalot (ligne 28), transcription de l’hébreu ketûbbâh ûmattânâh lehûdsignifiant 'contrat de mariage et donation sé-parée', dont il a trouvé 6 occurrences significatives dans le Global Jewish Database: The Responsa Project, Bar Ilan University, Ramat Gan (Israel), CD-ROM, version 13, 2005. Il y a donctout lieu de croire que la maison dont il est question dans l’acte figurait au contrat de mariage de Çecri.Nous sommes redevable à Germàn Colón de la lecture des phrases en catalan (verso)" (Jean Letrouit, Un nouveau document sur les Juifs de Lérida au milieu du XIVe siècle, in: Estudis romànics. Revista fundada par R. Aramon i Serra, Vol. XXXI, Barcelona 2009, S. 273-277).

Vgl. auch: David Romano, Els jueus de Lleida, Colloqui d’Història dels Jueus a la Corona d’Aragó, I, 2, 1991, S. 99-138; Prim Bertran Roigé, 'Els jueus de la ciutat de Lleida: alguns aspectes', Anuari de Filologia: Secció E, Estudishebreus i arameus (Barcelona), 24-25 (2002), S. 49-67. – Verso mit neuerer Regeste, wenige Pergamentbräunungen, minimal knittrig, der Text sehr sauber und extrem gut lesbar, auf der weißeren Fleischseite des Pergaments kontrastreich und frisch, kaum mit Abreibungen.

English: Sale certificate from the Catalan tailor Samuel Andali and his wife Çecri, a Jewish couple from the provincial capital Lérida, to the priest Guillelmo Çagraha about a regular building lease, which annually have to be payed to the clergy for their house in Lacuyraçola each 12th of March, Saint George's Day.
The voluminous certificate is dated 4th and 6th of March and it is written sepia ink and regular chancery script, also known as "Escritura catalana aragonesca". It is one of the most notably rare examples for the private sector in late medieval Catalan Spain.

Verso with new regesta, vellum slightly browed, minimally creased, the text is very clean and legible, rich in contrast and fresh on the flesh-side of the vellum, short abrasions. Folded and inserted in a modern portfolio in leather imitation.

Schätzpreis
€ 2.600   (US$ 3.016)



» Nationalökonomie
Ludwig, Fürst zu Anhalt-Köthen
Der fruchtbringenden Geselschaft Nahmen, Vorhab...

Los 2184

"Eines der schönsten deutschen Kupferwerke des 17. Jahrhunderts"
(Ludwig, Fürst zu Anhalt-Köthen). Der fruchtbringenden Geselschaft Nahmen, Vorhaben, Gemählde und Wörter: Nach jedes Einnahme ordentlich in Kupfer gestochen, und in achtzeilige Reimgesetze verfasset. 6 Bl. (Titel und Vorstücke) und 400 nn. Bl. Text mit in der Platte numerierten emblematischem Textkupfer sowie 4 (wiederholten) Frontispices von Matthäus Merian. 20 x 16 cm. Pergament d. Z. (fleckig und berieben, unteres Kapital mit geschlossenem Einriss, mit hs. RTitel). Frankfurt, Matthäus Merian, 1646.

VD17 23:283550L. Dünnhaupt IV, S. 2611 Nr 6.6. Goedeke III, 6. Faber du Faur I, 166 und 166a. Jantz I, 1673. Landwehr 402. Praz 342. Wüthrich 22 (mit Verzeichnis der Kupfer). – Letzte und vollständigste Ausgabe. "Endgültige Fassung; enthält wieder den 'Kurtzen Bericht', gefolgt von den Pflanzenkupfern bis Mitgliedsnummer 400 mit den Gesellschaftsreimen in echten Stanzen von Ludwig und Werder" (Dünnhaupt); der Erstdruck erschien 1628 als reine Textausgabe, die erste um die schönen Kupfer erweiterte Fassung folgte 1630 unter neuem Titel. Als botanisches Prachtwerk, künstlerisch hochstehendes Emblembuch und Dokument der deutschen Barockliteratur von gleich hohem Rang, Das Werk enthält (in chronologischer Folge) die vollständige Reihe der bis zum Erscheinungsjahr aufgenommenen Mitglieder mit ihren Sinnbildern, Namen, Wahlsprüchen in Kupferstichwiedergabe des jeweiligen "Gesellschaftsgemäldes". "Neben seiner eminenten historischen Bedeutung ist das Buch eines der schönsten deutschen Kupferwerke des 17. Jahrhunderts" (Karl Wolfskehl in Katalog Manheimer).
Die Sinnbilder, jeweils ein schönes botanisch-emblematisches Kupfer in landschaftlich-architektonischer Kulisse, enthalten jeweils einen beigedruckten Achtzeiler. "Jedes Blatt trägt oben das Losungswort, unten das als Antwort geltende Stichwort, das der Teilnehmer als Übernahme der Gesellschaft trug. Er mußte um das Stichwort selber einen Vers von acht Zeilen schmieden. Dazu hatte er eine Pflanze zu wählen, die das Stichwort symbolhaft vertritt" (Wüthrich).

Die Fruchtbringende Gesellschaft (auch "Palmenorden" genannt nach dem Bild der allseitig verwendbaren Kokospalme) wurde 1617 in Anhalt-Cöthen gegründet. Vorbild war die 1582 in Florenz gestiftete Accademia della Crusca, in die im Jahre 1600 das erste Oberhaupt der Fruchtbringenden Gesellschaft, Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen, aufgenommen worden war. Ursprünglich eher ein Unternehmen des Adels, öffnete sich die Fruchtbringende Gesellschaft doch sehr bald auch bürgerlichen Gelehrten und Literaten, die ihr erst zu ihrem Ansehen als einer weithin berühmten und in Literatenkreisen umworbenen Autorität verhalfen. Neben den stets in erdrückender Überzahl eingeschriebenen Adeligen finden sich in den Mitgliederverzeichnissen auch bürgerliche Namen wie Schottel, Birken, Gryphius, Harsdörffer, Logau, Moscherosch, Opitz oder Rist. Wie ihre erlauchten Mitgesellschafter erhielten sie bei ihrer Aufnahme zumeist der Pflanzenwelt entstammende Gesellschaftsnamen, welche die offensichtlich als unproduktiv erachteten Standesunterschiede im persönlichen und brieflichen Verkehr vergessen machen sollten. Nach 1680 ist die Existenz des Ordens nicht mehr bezeugt - wenn auch noch ein Jahrzehnt später Kaspar Stieler sein Wörterbuch unter seinem Gesellschaftsnamen "Der Spate" herausbringen konnte. – Titel, "Kurtzer Bericht" und Kupfertitel im unteren Bug aus der Bindung gelöst sowie mit kleineren Randläsuren. Insgesamt etwas stock- und fingerfleckig, vereinzelt im Rand auch etwas gebräunt. Wenige Blatt am Schluss mit kleinem Wasserfleck im unteren Rand. Kupfer Nr. 1 teils mit Tinte ausgemalt (etwas durchschlagend), Kupfer Nr. 3 mit Randeinriss, wenige Blatt mit Bleistiftgekritzel verso. Die ersten 25 Kupfer mit hs. Aufschlüsselung der Monogramme des jeweiligen Mitglieds.

Schätzpreis
€ 12.000   (US$ 13.919)



» Literatur 17.-19. Jh.
Twain, Mark
The adventures of Tom Sawyer

Los 2231

Twain, Mark (d. i. S. L. Clemens). The adventures of Tom Sawyer. 4 Bl., 341 S., 1 Bl. 20 x 15 cm. Roter OLeinenband (etwas fleckig, berieben und bestoßen, Buchblock verschoben) mit Schwarz- und Goldprägung. London, Chatto und Windus, 1876.

Erste Ausgabe seines berühmten ersten Romans, mit dem Tom Sawyer und Huck Finn das literarische Licht der Welt erblickten. Die vorliegende englische Ausgabe erschien auf Wunsch von Twain noch vor der ersten amerikanischen Ausgabe, die etwa sechs Monate später und dann mit leichten textlichen Abweichungen auf den Markt kam. – Schnitt etwas stärker stockfleckig, Innenspiegel mit kleinem Buchhändlerschildchen. Erste und letzte Blatt gering, sonst nur im äußeren Rand leicht stockfleckig. Buchblock verschoben und an einer Stelle leicht angeplatzt.

Schätzpreis
€ 7.500   (US$ 8.700)



» Literatur 17.-19. Jh.

Fontane, Theodor
Manuskript-Brief 1974

Los 2351

"eine Art Entdecker"
- Eigh. Manuskript in Briefform m. U. "Th. Fontane" . 2 S. Gr. 8vo. Berlin 29.IV.1874.

Frisch zurückgekehrt von einer einwöchigen Reise ins Ruppiner Land, die der Dichter für die Arbeit an der 3. Auflage des Bandes "Die Grafschaft Ruppin" aus den "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" unternommen hatte, beantwortet er die Anfrage eines nicht genannten Korrespondenten - vielleicht eines Journalisten - wie er sich den relativ großen Erfolg dieser Beschreibungen einer Landschaft, ihrer Geschichte und Eigenart erkläre, deren Hauptlinien bisher zwar von einigen professionellen Historikern nach Urkunden und älterer Literatur dargestellt, deren Wesen aber in ihrer kulturellen Entwicklung und vor allem in den Charakteren und den landschaftlichen Wurzeln der vielen bemerkenswerten Persönlichkeiten ihrer Geschichte noch kaum wahrgenommen worden war. Fontane antwortet, indem er in knapper Form gleichsam ein Programm der "Wanderungen" entwickelt, ihre Absicht, ihre Selbstständigkeit und Originalität betont, die in der Verbindung von Cicerone und "Heimat-Chronisten" mit dem sorgsam vor Ort ergründenden und beobachtenden Schriftsteller beruhe, der mit der Neuentdeckung vergessener Ereignisse und Personen zu unterhalten versteht. "... Der gute Erfolg, den diese 'Wanderungen' errungen haben, beruht lediglich darin, daß ich, innerhalb eines kleinsten und nächsten Kreises, als eine Art Entdecker auftrete. An Stellen, die kein Tourist betreten, die niemand vor mir der Beachtung werth gehalten hat, verweile ich mit Vorliebe und schreibe Landschaftliches, Sagen- und Genrehaftes über den Blumenthal-Wald und den Brieselang, über Dorf Kienbaum und seine Bienenzucht, ... über den Werbellin- und Schermützel-See. Daran reiht sich nun freilich Historisches, aber meist such ich auch hier verlorne, vergessene oder unbekannte Plätze auf, deren geschichtliche Bedeutung kaum die Einwohner kennen ... Von dieser Regel findet sich vielleicht nur eine Ausnahme: Ruppin; und auch diese ist mehr scheinbar als wirklich ...". Wollte er über Brandenburg schreiben, so käme ein dicker Band dabei heraus, der ihm letztlich wenig Ehre und Dank einbrächte: "Nur das Neue wirkt." - Der bedeutende Brief hätte als Vorwort zur 3. Auflage des Bandes "Die Grafschaft Ruppin" dienen können, die im Oktober desselben Jahres erschien, um 18 Kapitel erweitert. - Nicht bei Jolles/Müller-Seidel; bisher nicht veröffentlicht.

Fontane, Theodor siehe auch unter Robert-tornow

Schätzpreis
€ 3.500   (US$ 4.059)



» Autographen

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