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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Galerie Bassenge
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Kerg, Théo
"Hiroshimein"

Los 8144

"Hiroshimein"
Öl und Gips auf grobem Rupfen. 1960.
80 x 100 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Grauschwarz signiert "Théo Kerg" und datiert, verso betitelt und bezeichnet mit der Werknummer "2060", mit der Pariser Adresse des Künstlers "203 rue St. Honoré, Paris" und "40 F - 100 x 81".

Théo Kerg studierte 1929 bis 1932 an der École supérieure des beaux-arts und an der Sorbonne in Paris und wurde 1932 Schüler Paul Klees und Meisterschüler Oskar Molls an der Kunstakademie Düsseldorf. In Paris war er von 1934 bis 1936 Mitglied der Gruppe "Abstraction-Création", er war als Maler, Graphiker, Bildhauer und Glasgestalter tätig. Seit den 1950er Jahren erreichte Kerg mit seinen Arbeiten internationale Anerkennung. Er entwickelte 1957 seine eigene Kunstrichtung des "Taktilismus", die er als "Beseelung der Materie" bezeichnete. Durch Verwendung verschiedener Materialien wie Sand und Gips in Kombination mit Ölfarbe entstehen die unterschiedlichsten, teils reliefartig-plastisch ausgeformten Gemälde, die sehr an Arbeiten bedeutender informeller Künstler wie Antoni Tàpies oder Jean Fautrier erinnern.

Errata: Ergänzend zu den Angaben im Printkatalog ist die Arbeit auf das Jahr 1960 datiert.

Schätzpreis
€ 2.000   (US$ 2.200)


Zuschlag
€ 8.500 (US$ 9.350)



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Kollwitz, Käthe
Helft Russland

Los 8159

Helft Russland
Kreidelithographie (Umdruck) auf glattem braunen Affichenpapier. 1921.
66,9 x 47 cm (72,2 x 47,7 cm).
Knesebeck 170 A II (von B).

Plakat mit Schrift und der lithographierten Signatur sowie der Adresse des Druckers am rechten unteren Rand. In großer Auflage erschienen, aber nur wenige Drucke des Plakates erhalten. Knesebeck kennt nur elf Exemplare, davon acht in Museumsbesitz. Am 12. Juni 1921 wandte sich der große, von Käthe Kollwitz sehr verehrte russische Schriftsteller Maxim Gorki mit einem dramatischen Aufruf an die Weltöffentlichkeit: In Russland und der Ukraine drohte 35 bis 40 Millionen Menschen der Hungertod infolge einer Dürrekatastrophe. Da sich die deutsche Regierung mit Hilfsleistungen schwer tat, unterstützte Käthe Kollwitz die kommunistische Internationale Arbeiterhilfe (IAH). Diese war eigens zur Überwindung der Hungersnot weltweit auf einen Aufruf Lenins an Künstler und Intellektuelle gegründet worden. Bereits am 12. September notierte Käthe Kollwitz in ihr Tagebuch: "Hab ein Plakat gemacht, einen zusammenbrechenden Mann, dem sich helfende Hände entgegenstrecken. Es ist gut - Gott sei Dank." Ganz ausgezeichneter Druck mit dem vollen Rand.

Schätzpreis
€ 2.200   (US$ 2.420)


Zuschlag
€ 7.500 (US$ 8.250)



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Krebepz, Honig
Sonnenuntergang im Birkenwald

Los 8168

Sonnenuntergang im Birkenwald
Öl auf Leinwand. 1898.
71 x 54 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Braun signiert "Honig Krebepz" und datiert.

In impressionistisch lockerem Duktus und mit einer warmen Palette erfasst Krebepz die Waldlandschaft, dominiert von den zwei knorrigen alten Birken im Vordergrund. Die spätherbstliche Färbung des Laubes und das warme Licht der untergehenden Sonne, das sich in dem von hinten rechts nach vorne links durchs Bild fleißenden Waldbach spiegelt, vereinen sich zu einer stillen, stimmungsvollen Szenerie.

Provenienz: Emil Lemonius Berlin, mit dessen Adresse "Rankestr. 5" auf der Rahmenrückseite

Schätzpreis
€ 2.400   (US$ 2.640)


Zuschlag
€ 12.000 (US$ 13.200)



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Liebermann, Max
Bildnis Fritz Gurlitt

Los 8183

Bildnis Fritz Gurlitt
Kohle, teilweise mit Pinsel in Weiß gehöht, auf Velin. Um 1892.
40,5 x 31 cm.
Unten links mit Bleistift signiert "MLiebermann", unten rechts von Wolfgang Gurlitt bezeichnet.

Fritz Gurlitt (1854-1893) war Sohn des Malers Louis Gurlitt und Bruder des bekannten Kunstschriftstellers Cornelius Gurlitt. Seinem Kunstverlag schloss er 1880 eine Galerie an, ansässig in der Behrenstraße 29, die für Berlin bereits kurz nach ihrem Bestehen eine wichtige Rolle spielte. „Es ist das einzige künstlerische Geschäft in ganz Berlin. Hier herrscht Herr Gurlitt, ein noch junger, sehr intelligenter Mann, der über alles, was jenseits der Grenzen in der Kunst passiert, Bescheid weiß. Der Laden ist eng, aber dort finden von Zeit zu Zeit gute Ausstellungen, manchmal eines, manchmal mehrerer Meister statt. Denkwürdige Kühnheit: dort war eine Ausstellung französischer Impressionisten zu sehen. Wenn Berlin ein bißchen kunstverständig wird, wird es Herrn Gurlitt zu verdanken sein.“ (Jules Laforgue 1887, zit. nach: Max Liebermann in seiner Zeit, Ausst.-Kat. Nationalgalerie Berlin und Haus der Kunst München 1979/1980, S. 526). Die erste Ausstellung mit Arbeiten französischer Impressionisten u.a. aus der Sammlung Paul Durand-Ruels fand im Jahr 1883 bei Gurlitt statt. Er setzte sich zudem für die Bekanntmachung der Werke von Anselm Feuerbach, Arnold Böcklin, Hans Thoma, Wilhelm Leibl, Lesser Ury, Franz Skarbina und Max Liebermann ein. Um 1908 wurde die Galerie von seinem Sohn Wolfgang Gurlitt (1888-1965) übernommen.
Verso auf dem Passepartout mit dem Ausstellungsetikett der Nationalgalerie Berlin, dort handschriftlich bezeichnet. Wir danken Frau Dr. Margreet Nouwen für die Bestätigung der Authentizität des Werkes und die freundlichen Auskünfte.

Provenienz: Privatsammlung Fritz Gurlitt Berlin
wahrscheinlich Privatsammlung Annarella Gurlitt, geb. von Imhof, Berlin
Privatsammlung Wolfgang Gurlitt Berlin, Bad Aussee, München
Maria Theresia Gurlitt München


Ausstellung: Max Liebermann, Neue Galerie der Stadt Linz 1947 (Abb. S. 11)
Max Liebermann. Gemälde, Pastelle, Zeichnungen, Druckgraphik, Ausstellung der Bezirksämter Reinickendorf und Tempelhof, Berlin 1959 (Kat.-Nr. 66, Abb. o.S.)
Max Liebermann in seiner Zeit, Nationalgalerie Berlin und Haus der Kunst, München 1979/1980 (Kat.-Nr. 257, S.527)


Literatur: Hans Peter Thurn, Der Kunsthändler, Wandlungen eines Berufes, München 1994, Abb. 43, S. 120
Nicolaas Teeuwisse, Vom Salon zur Secession: Berliner Kunstleben zwischen Tradition und Aufbruch zur Moderne 1871- 1900, in: Jahresgabe des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft, Berlin 1986, Abb. 41, S. 105

Schätzpreis
€ 3.000   (US$ 3.300)


Zuschlag
€ 8.500 (US$ 9.350)



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Picasso, Pablo - nach
Femme assise (Dora Maar)

Los 8262

nach. Femme assise (Dora Maar)
Farblithographie auf BFK Rives-Velin. 1955.
92 x 60 cm (100 x 72 cm).
Signiert "Picasso" und bezeichnet "Essai".
Czwiklitzer 92.

Picasso lernt seine Muse und Geliebte, die Künstlerin Dora Maar im Jahr 1936 durch Paul Éluard im Café "Les Deux Magots" in Saint-Germain-des-Prés in Paris kennen. Die dunkle Schönheit, eine temperamentvolle, intelligente und mysteriös wirkende Fotografin, bewegt sich im Kreise der Pariser Surrealisten und pflegt Kontakte zu politisch engagierten Intellektuellen wie Louis Aragon und André Breton. Die überzeugte Kommunistin dokumentiert 1937 fotografisch die Arbeit an Picassos Gemälde "Guernica" und weiteren Werken. Seine Faszination für Dora Maar spiegelt sich in der großen Zahl intensiver Bildnisse wider, die er von ihr anfertigt, denn während ihrer achtjährigen Beziehung porträtiert er sie immer wieder in Druckgraphik, Zeichnungen und Gemälden. Bedeutende Reproduktionsgraphik nach Picassos Gemälde "Dora Maar" von 1944, das sich im Musée Picasso in Paris befindet (vgl. Zervos, Bd. XIII, Nr. 302), hier ein Probeabzug vor dem Druckvermerk im Unterrand "Mourlot Lith.", ein Exemplar der seltenen Vorzugsausgabe von 100 Exemplaren vor der Schrift, erschienen neben der Plakatauflage für die Picasso-Ausstellung im Musée des Arts Décoratifs, Paris 1955. Druck Mourlot, Paris. Prachtvoller Druck in intensiver Farbigkeit mit breitem Rand.

Schätzpreis
€ 18.000   (US$ 19.800)


Zuschlag
€ 22.000 (US$ 24.200)



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Sintenis, Renée
Fohlen bäumend

Los 8303

Fohlen bäumend
Bronze mit goldbrauner Patina. 1917.
10 x 11 x 3,5 cm.
Am rechten Hinterbein monogrammiert "RS".
Berger/Ladwig/Wenzel-Lent 32, Buhlmann 125.

"Darstellungen von Pferden und Ponys nehmen im Rahmen des Sintenisschen Schaffens besonders großen Raum ein. Die Motivation zur intensiven Auseinandersetzung mit diesen Tieren hat ihre Ursache in der außerordentlichen Zuneigung, die die Künstlerin ihnen entgegenbringt. Wie bereits erwähnt, hält sich Renée schon als Kind häufig auf Koppeln und Weiden auf. Als sie mit ihren Arbeiten auch finanzielle Erfolge verbuchen kann, erwirbt Sintenis ein Reitpferd. Sie eignet sich eine ausgeprägte Sensibilität gerade für diese Tiere an" (Britta E. Buhlmann, Renée Sintenis. Werkmonographie der Skulpturen, Darmstadt 1987, S. 56). Das Fohlen sträubt sich mit seinem gesamten Körper gegen einen unsichtbaren Widerstand. Schöner Guss, die Patina betont leuchtend und modellierend wenige Körperpartien.

Schätzpreis
€ 2.500   (US$ 2.750)


Zuschlag
€ 7.000 (US$ 7.700)



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Slevogt, Max
Porträtskizze eines Afrikaners

Los 8305

[^] Porträtskizze eines Afrikaners
Öl auf Malpappe. Um 1895-1900.
84,7 x 66,3 cm.
Oben rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Slevogt".

Neben Max Liebermann, dem Wortführer, und Lovis Corinth, dem großen Malerfürsten, zählt Max Slevogt zu den Hauptvertretern des deutschen Impressionismus. Unter diesen war er der lyrischste.
Seit 1885 studierte Slevogt an der Münchner Akademie. Vier Jahre später besuchte er in Paris die Académie Julian, wo er mit dem französischen Impressionismus direkt in Berührung kam.
Von 1890 bis 1897 lebte er wieder in München und war zeitweise Mitarbeiter an der "Jugend" und am "Simplizissimus". Nach mehreren Auslandsreisen, u.a. nach Italien, ließ er sich 1901 in Berlin nieder, wo er Mitglied der Secession wurde.
Slevogts vielseitiges Schaffen, das sich durch reiche Phantasie und Musikalität auszeichnet, umfasst neben illustrativen druckgraphischen Arbeiten vor allem Bildnisse, Figurenszenen und Landschaften. Unser Porträt eines Afrikaners ist vermutlich in Slevogts Münchner Zeit entstanden. Dass der Künstler eine freie Bildnisauffassung in seinen Kompositionen bevorzugte, ist an unserem Halbfigur-Porträt deutlich zu erkennen. Nicht in strenger, repräsentativer Haltung zeigt sich der Porträtierte, sondern mit virtuosem, lockerem Pinsel malt Slevogt einen Mann in stolzer und zugleich lässiger Pose. Mit in der Hüfte aufgestützter rechter Hand dreht er sich nach links. Die Darstellung wirkt wie eine Momentaufnahme, der Mann ist in kommunikativer Bewegung. Seine Kleidung ist eher schlicht, ein anthrazitfarbener Rock mit weißer Halsbinde kleidet den attraktiven Dargestellten. Der Fokus liegt auf dem markanten Männergesicht: Der Blick geht über die linke Schulter in die Ferne und obwohl er nicht auf den Betrachter ausgerichtet ist, sucht er zugleich dessen Aufmerksamkeit. Die kräftigen Hände deutet Slevogt souverän an, als ob er sie im nächsten Moment gleich einem Bildhauer herausmodelliert, eine typische Vorgehensweise für den Maler.
Wer der Dargestellte ist, muss noch weiter erforscht werden. Slevogts Bilderlisten sind vor allem für die frühe Schaffenszeit nicht vollständig. Die freie Malweise deutet auf ein privates Porträt, das er vielleicht von einem Malerfreund angefertigt hat, hin. Zudem ist um 1900 in München ein Afrikaner, der als Aktmodell häufiger und u.a. auch von Slevogt gemalt wurde, nachweisbar. Möglicherweise saß er Slevogt in dessen Atelier privat Modell. Dafür würde die skizzenhafte und Intimität ausstrahlende Umsetzung sprechen, die den großen Reiz des Bildnisses ausmacht.
Verso mit einer Skizze eines männliches Porträts, vermutlich eine Kopie nach einem niederländischen Meister des 17. Jahrhunderts.
Wir danken Dr. Karoline Feulner und Dr. Eva Brachert, GDKE/Landesmuseum Mainz/Max Slevogt-Forschungszentrum, für die Bestätigung der Authentizität des Gemäldes vor dem Original sowie für wertvolle Hinweise. Das Porträt wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis der Ölgemälde von Max Slevogt aufgenommen.

Schätzpreis
€ 25.000   (US$ 27.500)


Zuschlag
€ 20.000 (US$ 22.000)



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China
Private souvenir album of a high ranking office...

Los 4016

[*] Private souvenir album of a high ranking officer of the German community in China. Circa 1908. Circa 330 vintage collodion paper prints (some gelatin silver prints). Various sizes, most 12 x 16 cm, some larger/smaller. Mounted to album boards, some annotated in German in pencil on mounts, bound in half canvas album (edges slightly rubbed).

A very comprehensive album beginning with group portaits of high ranking members of the Chinese upper class, the Empress Dowager Cixi, Zaifeng, Prince Chun with entourage. Also includes views of Beijing, various Chinese landscapes, temples, palaces, gateways, monuments and artworks, monks, Mandarines, views of the Chinese Wall, military activities and European soldiers and officers as well as market scenes. Two newspaper clippings document the burial ceremony of the Guangxu Emperor of China in 1908. The album was likely compiled some years after the Boxer Uprising. – Some prints with light surface rubbing/buckling, some faded, some with oxidation mirroring in edges, otherwise many in good condition.

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.400)


Zuschlag
€ 6.500 (US$ 7.150)



» Fotografie des 19. - 21. Jahrhunderts
Marconi, Gaudenzio
Male nude

Los 4036

[*] (Attributed to). Male nude. Circa 1875. Albumen print. 16,8 x 26 cm. Mounted to board (slightly soiled).

Marconi was a Swiss/Italian photographer who later worked in France and Belgium. His high quality nudes, such as the one offered here, were famous and sought after by many artists. Rodin especially appreciated his photographs. – Some light scuff marks, otherwise rich dark prints in very good condition.

Schätzpreis
€ 900   (US$ 990)


Zuschlag
€ 7.500 (US$ 8.250)



» Fotografie des 19. - 21. Jahrhunderts
Plüschow, Guglielmo
Two nude youths

Los 4047

Two nude youths. Circa 1900. Albumen print. 22,2 x 16,8 cm. Number 12204 in blue crayon on the verso.

Buckling in right edge, light crease marks, otherwise a rich dark print in very good condition.

Schätzpreis
€ 1.000   (US$ 1.100)


Zuschlag
€ 4.200 (US$ 4.620)



» Fotografie des 19. - 21. Jahrhunderts

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