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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Hauptbild Beschreibung Status
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Monogrammist CF
Trompe-l’œil mit einer Federzeichnung und Seide...

Los 6626

Trompe-l’œil mit einer Federzeichnung und Seidenpapier.
Feder in Braun und Aquarell. 33 x 25,5 cm. Rechts unten monogrammiert "CF" sowie unten links bezeichnet "Tirelli". Wohl um 1800.


Schätzpreis
€ 1.200   (US$ 1.320)


Zuschlag
€ 12.000 (US$ 13.200)



» Zeichnungen 16.-19. Jh.
Galerie Bassenge
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Schnorr von Carolsfeld, Julius
"Und Gott sprach: es werde Lichter an der Veste...

Los 6641

"Und Gott sprach: es werde Lichter an der Veste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht, und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre."
Feder in Braun über Bleistift. 21,3 x 25,9 cm. Rechts oben als Nr. "4." bezeichnet unten rechts unten datiert "d. 5e Juli." Um 1825.

Bei der vorliegenden Zeichnung handelt es sich um eine Entwurfszeichnung für Blatt 4 der Genesis mit der Darstellung der Scheidung von Tag und Nacht, die Schnorr von Carolsfeld für sein nazarenisches Monumentalprojekt der "Bibel in Bildern" fertigte. Das Blatt lässt in virtuoser Weise die Entwicklung der zeichnerischen Komposition von der ersten Idee hin zur, in die Druckgraphik weitgehend unverändert übernommenen, finalen Version nachvollziehen. So entschied sich der Künstler offensichtlich die Positionierung des ausgestreckten Arms zu verändern und die Anordnung und Gestalt der Sterne und Kometen zu variieren. Schnorr selbst spricht in einem Brief an seinen Vater vom 2. Juni 1825 von den Herausforderungen der kompositorischen Gestaltung der ersten Darstellungen der Bilderbibel: "Die schwersten Stücke werden die sein, die der Schöpfungsgeschichte angehören. Ich würde gern die unnachahmlichen Kompositionen des Michelangelo und Raffael in aller Demut kopieren und als Anfang meines Zyklus geben. [...] Am besten geht es bei den Gegenständen, die diese Riesen übergangen haben." (Julius Schnorr von Carolsfeld: Briefe aus Italien geschrieben in den Jahren 1817-1827, Hrsg. v. Franz Schnorr von Carolsfeld, Gotha 1886, S. 294f). Eine im Juni 1988 bei Christie's angebotene und auf 1830 datierte zweite Fassung scheint nur noch in Details angepasst worden zu sein und kompositorisch zwischen unserem Entwurf und der druckgraphischen Endfassung zu liegen. Rechts unten mit einer alten Sammlerannotation in Bleistift. Beigegeben: Beigegeben ein Exemplar des entsprechenden Holzschnittes aus dem gedruckten Werk.

Provenienz: Aus der Sammlung Johann Georg, Herzog von Sachsen (Lugt 4483).
Sammlung Hans Harmsen, Hamburg.
Privatbesitz Berlin.

Ausstellung: Galerie Pels-Leusden, Berlin 1979/80: Vom Zeichnerischen Entwurf zur Druckgraphik - Eine Gegenüberstellung. Sammlung Hans Harmsen und eigener Besitz.


Literatur: Katalog Galerie Pels-Leusden: Vom Zeichnerischen Entwurf zur Druckgraphik - Eine Gegenüberstellung. Sammlung Hans Harmsen und eigener Besitz. Berlin 1979/80, Nr. 93a mit Abb.

Errata: Provenienz:
Aus der Sammlung Johann Georg, Herzog von Sachsen (Lugt 4483).
Sammlung Hans Harmsen, Hamburg.
Privatbesitz Berlin.

Ausstellungen:
Galerie Pels-Leusden, Berlin 1979/80: Vom Zeichnerischen Entwurf zur Druckgraphik - Eine Gegenüberstellung. Sammlung Hans Harmsen und eigener Besitz.

Literatur:
Katalog Galerie Pels-Leusden: Vom Zeichnerischen Entwurf zur Druckgraphik - Eine Gegenüberstellung. Sammlung Hans Harmsen und eigener Besitz. Berlin 1979/80, Nr. 93a mit Abb.

Schätzpreis
€ 7.500   (US$ 8.250)


Zuschlag
€ 8.500 (US$ 9.350)



» Zeichnungen 16.-19. Jh.
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Schnorr von Carolsfeld, Julius
"Und Gott sprach: es werde Lichter an der Veste...

Los 6641

"Und Gott sprach: es werde Lichter an der Veste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht, und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre."
Feder in Braun über Bleistift. 21,3 x 25,9 cm. Rechts oben als Nr. "4." bezeichnet unten rechts unten datiert "d. 5e Juli." Um 1825.

Bei der vorliegenden Zeichnung handelt es sich um eine Entwurfszeichnung für Blatt 4 der Genesis mit der Darstellung der Scheidung von Tag und Nacht, die Schnorr von Carolsfeld für sein nazarenisches Monumentalprojekt der "Bibel in Bildern" fertigte. Das Blatt lässt in virtuoser Weise die Entwicklung der zeichnerischen Komposition von der ersten Idee hin zur, in die Druckgraphik weitgehend unverändert übernommenen, finalen Version nachvollziehen. So entschied sich der Künstler offensichtlich die Positionierung des ausgestreckten Arms zu verändern und die Anordnung und Gestalt der Sterne und Kometen zu variieren. Schnorr selbst spricht in einem Brief an seinen Vater vom 2. Juni 1825 von den Herausforderungen der kompositorischen Gestaltung der ersten Darstellungen der Bilderbibel: "Die schwersten Stücke werden die sein, die der Schöpfungsgeschichte angehören. Ich würde gern die unnachahmlichen Kompositionen des Michelangelo und Raffael in aller Demut kopieren und als Anfang meines Zyklus geben. [...] Am besten geht es bei den Gegenständen, die diese Riesen übergangen haben." (Julius Schnorr von Carolsfeld: Briefe aus Italien geschrieben in den Jahren 1817-1827, Hrsg. v. Franz Schnorr von Carolsfeld, Gotha 1886, S. 294f). Eine im Juni 1988 bei Christie's angebotene und auf 1830 datierte zweite Fassung scheint nur noch in Details angepasst worden zu sein und kompositorisch zwischen unserem Entwurf und der druckgraphischen Endfassung zu liegen. Rechts unten mit einer alten Sammlerannotation in Bleistift. Beigegeben: Beigegeben ein Exemplar des entsprechenden Holzschnittes aus dem gedruckten Werk.

Provenienz: Aus der Sammlung Johann Georg, Herzog von Sachsen (Lugt 4483).
Sammlung Hans Harmsen, Hamburg.
Privatbesitz Berlin.

Ausstellung: Galerie Pels-Leusden, Berlin 1979/80: Vom Zeichnerischen Entwurf zur Druckgraphik - Eine Gegenüberstellung. Sammlung Hans Harmsen und eigener Besitz.


Literatur: Katalog Galerie Pels-Leusden: Vom Zeichnerischen Entwurf zur Druckgraphik - Eine Gegenüberstellung. Sammlung Hans Harmsen und eigener Besitz. Berlin 1979/80, Nr. 93a mit Abb.

Errata: Provenienz:
Aus der Sammlung Johann Georg, Herzog von Sachsen (Lugt 4483).
Sammlung Hans Harmsen, Hamburg.
Privatbesitz Berlin.

Ausstellungen:
Galerie Pels-Leusden, Berlin 1979/80: Vom Zeichnerischen Entwurf zur Druckgraphik - Eine Gegenüberstellung. Sammlung Hans Harmsen und eigener Besitz.

Literatur:
Katalog Galerie Pels-Leusden: Vom Zeichnerischen Entwurf zur Druckgraphik - Eine Gegenüberstellung. Sammlung Hans Harmsen und eigener Besitz. Berlin 1979/80, Nr. 93a mit Abb.

Schätzpreis
€ 7.500   (US$ 8.250)


Zuschlag
€ 8.500 (US$ 9.350)



» Zeichnungen 16.-19. Jh.
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Delacroix, Eugène
Ein Karthäusermönch in Sevilla

Los 6679

Ein Karthäusermönch in Sevilla.
Feder in Braun, braun und graubraun laviert, über Spuren von schwarzer Kreide, auf Velin. 20 x 15,8 cm. (1832).

Seine wichtigste Reise führt Delacroix als Begleiter des Comte Charles de Mornay im ersten Halbjahr 1832 nach Marokko. Sie bedingt eine Wende in seiner künstlerischen Entwicklung. Auf der Reise zeichnet er intensiv und es entstehen mindestens sieben Skizzenbücher mit handschriftlichen Notizen (Teile im Louvre Inv.Nr. RF 1712bis). Delacroix nutzt auf dem Rückweg die Wartezeit der französischen Gesandschaft auf die Ratifizierung des Abkommens mit der marokkanischen Regierung in Tanger, und besucht zwischen dem 9. und 29. Mai Andalusien. Zunächst in Cádiz, reist er u.a. weiter nach Jerez de la Frontera und Sevilla. Die gesamte Reise ist der am detailliertesten dokumentierte Abschnitt im Leben des Künstlers, einerseits wegen der ausführlichen Korrespondenz an Freunde, wegen der kommentierten Skizzenbücher und außerdem wegen seiner 10 Jahre später veröffentlichten Reiseerinnerungen (Souvenirs d'un voyage dans le Maroc). Am 25. Mai 1832 berichtet er von einem Besuch im Karthäuserkloster in Sevilla (Santa María de las Cuevas - La Cartuja), hier entsteht die Zeichnung des in einem Chorgestühl in religiöser Versenkung sitzenden Mönches. Die Cartuja ist auch berühmt dafür, dass sie einst die sterblichen Überreste von Kolumbus barg. Bemerkenswert, dass Delacroix für sein 1838 entstandenes Gemälde "Christopher Columbus und sein Sohn im Kloster La Rábida" wohl auf diese Zeichnung zurückgreift und den Sohn in zwar seitenverkehrter, jedoch sehr identischer Haltung wiedergibt (National Gallery of Art, Washington). Robaut, der 1885 das grundlegende Werkverzeichnis zu Delacroix verfasste, vermerkt zu unserem Blatt, dass es sich im Besitz von Étienne Arago befindet. Arago (1802-1892), eine der zentralen Figuren in Delacroixs berühmten Bild "Die Freiheit führt das Volk", war Schriftsteller, Gründer mehrerer Zeitschriften, musste 1848 emigrieren, wurde 1859 begnadigt und wurde 1870 kurzzeitig zum Bürgermeister der Stadt Paris ernannt. 1878 wurde er Archivar der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris und später Conservateur du musée du Luxembourg.

Provenienz: Mit dem Stempel der Nachlassauktion, Paris, 17.-29. Februar 1864, unter Los 585 (Lugt 838a).
Sammlung Étienne Arago.
Dessen Auktion, Hotel Drouot, Paris, am 5. Mai 1892 (laut altem handschriftlichem Vermerk auf der Rahmenrückpappe).

Literatur: Alfred Robaut: L’Œuvre complet d’Eugène Delacroix. Peintures, dessins, gravures, lithographies, Paris 1885, S. 423, Nr. 1647 (Abb.).

Schätzpreis
€ 9.000   (US$ 9.900)


Zuschlag
€ 8.000 (US$ 8.800)



» Zeichnungen 16.-19. Jh.
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Delacroix, Eugène
Ein Karthäusermönch in Sevilla

Los 6679

Ein Karthäusermönch in Sevilla.
Feder in Braun, braun und graubraun laviert, über Spuren von schwarzer Kreide, auf Velin. 20 x 15,8 cm. (1832).

Seine wichtigste Reise führt Delacroix als Begleiter des Comte Charles de Mornay im ersten Halbjahr 1832 nach Marokko. Sie bedingt eine Wende in seiner künstlerischen Entwicklung. Auf der Reise zeichnet er intensiv und es entstehen mindestens sieben Skizzenbücher mit handschriftlichen Notizen (Teile im Louvre Inv.Nr. RF 1712bis). Delacroix nutzt auf dem Rückweg die Wartezeit der französischen Gesandschaft auf die Ratifizierung des Abkommens mit der marokkanischen Regierung in Tanger, und besucht zwischen dem 9. und 29. Mai Andalusien. Zunächst in Cádiz, reist er u.a. weiter nach Jerez de la Frontera und Sevilla. Die gesamte Reise ist der am detailliertesten dokumentierte Abschnitt im Leben des Künstlers, einerseits wegen der ausführlichen Korrespondenz an Freunde, wegen der kommentierten Skizzenbücher und außerdem wegen seiner 10 Jahre später veröffentlichten Reiseerinnerungen (Souvenirs d'un voyage dans le Maroc). Am 25. Mai 1832 berichtet er von einem Besuch im Karthäuserkloster in Sevilla (Santa María de las Cuevas - La Cartuja), hier entsteht die Zeichnung des in einem Chorgestühl in religiöser Versenkung sitzenden Mönches. Die Cartuja ist auch berühmt dafür, dass sie einst die sterblichen Überreste von Kolumbus barg. Bemerkenswert, dass Delacroix für sein 1838 entstandenes Gemälde "Christopher Columbus und sein Sohn im Kloster La Rábida" wohl auf diese Zeichnung zurückgreift und den Sohn in zwar seitenverkehrter, jedoch sehr identischer Haltung wiedergibt (National Gallery of Art, Washington). Robaut, der 1885 das grundlegende Werkverzeichnis zu Delacroix verfasste, vermerkt zu unserem Blatt, dass es sich im Besitz von Étienne Arago befindet. Arago (1802-1892), eine der zentralen Figuren in Delacroixs berühmten Bild "Die Freiheit führt das Volk", war Schriftsteller, Gründer mehrerer Zeitschriften, musste 1848 emigrieren, wurde 1859 begnadigt und wurde 1870 kurzzeitig zum Bürgermeister der Stadt Paris ernannt. 1878 wurde er Archivar der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris und später Conservateur du musée du Luxembourg.

Provenienz: Mit dem Stempel der Nachlassauktion, Paris, 17.-29. Februar 1864, unter Los 585 (Lugt 838a).
Sammlung Étienne Arago.
Dessen Auktion, Hotel Drouot, Paris, am 5. Mai 1892 (laut altem handschriftlichem Vermerk auf der Rahmenrückpappe).

Literatur: Alfred Robaut: L’Œuvre complet d’Eugène Delacroix. Peintures, dessins, gravures, lithographies, Paris 1885, S. 423, Nr. 1647 (Abb.).

Schätzpreis
€ 9.000   (US$ 9.900)


Zuschlag
€ 8.000 (US$ 8.800)



» Zeichnungen 16.-19. Jh.
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Zötl, Aloys
Der grosse Ameisenfresser. Myrmecophaga jubata.

Los 6681

"Der grosse Ameisenfresser. Myrmecophaga jubata."
Deck- und Wasserfarben auf C & I Honig-Velin. 46,8 x 56,6 cm. Links unter der Darstellung eigenh. bezeichnet "Säugethiere Tab.", sowie unten rechts signiert und datiert "Al. Zötl pinx. am 6. November 1837", ferner mit der eigenh. Erläuterung "Der grosse Ameisenfresser. Myrmecophaga jubata. In Guyana, Brasilien Peru, Paraguay wo er Samandua heist, ist sein Aufenthalt. Er erreicht von der Spitze der Schnauze bis zum After vier Fuss. Man nennt ihn auch Ameisenbär.".

Der eigenbrötlerische Autodidakt Aloys Zötl arbeitete Zeit seines Lebens (von 1832-1887) völlig unbemerkt an einem umfangreich angelegten Bestiarium. Die Zeichnungen, die er für dieses Kompendium schuf, stehen in ihrer Detailliertheit und erstaunlichen Exaktheit meist ganz in der Tradition der aufwendig illustrierten, enzyklopädischen Werke des 19. Jahrhunderts, manche Arbeiten stellen aber auch immer wieder eigenwillige bis bizarr ausgeformte Geschöpfe dar. Das monumentale Werk, das Zötl fast 55 Jahre lang mit größter Akribie und dem koloristischen Geschick eines Meisterfärbers nur zu seinem eigenen Vergnügen geschaffen hatte, blieb zu seinen Lebzeiten gänzlich unbekannt. Erst im Dezember 1955 wurde es anlässlich einer aufsehenerregenden Versteigerung einer größeren Gruppe von Arbeiten des Österreichers wiederentdeckt. Für den Katalog steuerte kein geringerer als André Breton den einleitenden Text bei, in welchem er Zötls Bestiarium als das prächtigste Tierbuch lobte, welches die Welt je gesehen habe und Zötl ohne zu zögern, in die Liste der „Surrealists avant la lettre" aufnahm.

Provenienz: Privatsammlung Wien.

Schätzpreis
€ 24.000   (US$ 26.400)


Zuschlag
€ 40.000 (US$ 44.000)



» Zeichnungen 16.-19. Jh.
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Zötl, Aloys
Der grosse Ameisenfresser. Myrmecophaga jubata.

Los 6681

"Der grosse Ameisenfresser. Myrmecophaga jubata."
Deck- und Wasserfarben auf C & I Honig-Velin. 46,8 x 56,6 cm. Links unter der Darstellung eigenh. bezeichnet "Säugethiere Tab.", sowie unten rechts signiert und datiert "Al. Zötl pinx. am 6. November 1837", ferner mit der eigenh. Erläuterung "Der grosse Ameisenfresser. Myrmecophaga jubata. In Guyana, Brasilien Peru, Paraguay wo er Samandua heist, ist sein Aufenthalt. Er erreicht von der Spitze der Schnauze bis zum After vier Fuss. Man nennt ihn auch Ameisenbär.".

Der eigenbrötlerische Autodidakt Aloys Zötl arbeitete Zeit seines Lebens (von 1832-1887) völlig unbemerkt an einem umfangreich angelegten Bestiarium. Die Zeichnungen, die er für dieses Kompendium schuf, stehen in ihrer Detailliertheit und erstaunlichen Exaktheit meist ganz in der Tradition der aufwendig illustrierten, enzyklopädischen Werke des 19. Jahrhunderts, manche Arbeiten stellen aber auch immer wieder eigenwillige bis bizarr ausgeformte Geschöpfe dar. Das monumentale Werk, das Zötl fast 55 Jahre lang mit größter Akribie und dem koloristischen Geschick eines Meisterfärbers nur zu seinem eigenen Vergnügen geschaffen hatte, blieb zu seinen Lebzeiten gänzlich unbekannt. Erst im Dezember 1955 wurde es anlässlich einer aufsehenerregenden Versteigerung einer größeren Gruppe von Arbeiten des Österreichers wiederentdeckt. Für den Katalog steuerte kein geringerer als André Breton den einleitenden Text bei, in welchem er Zötls Bestiarium als das prächtigste Tierbuch lobte, welches die Welt je gesehen habe und Zötl ohne zu zögern, in die Liste der „Surrealists avant la lettre" aufnahm.

Provenienz: Privatsammlung Wien.

Schätzpreis
€ 24.000   (US$ 26.400)


Zuschlag
€ 40.000 (US$ 44.000)



» Zeichnungen 16.-19. Jh.
Birnbaum, Uriel
Totentanz

Los 8032

Totentanz
8 Zeichnungen. Aquarell und Feder in Schwarz, gefirnist, auf festem Velin.
40,5 x 32,3 cm.
Alle mit Feder in Schwarz signiert "Uriel", verso jeweils mit der Nummer "72".

Der Tod als Skelettfigur inmitten leuchtender Farbigkeit, einsam oder zusammen mit Menschen, mal klein, mal riesenhaft, und auch der Tod als Folge menschlichen Handelns: Birnbaum zeichnet in seinen Entwürfen für Glasmalereien unterschiedliche Aspekte des Todes in expressiver Formensprache. Für den tief gläubigen Künstler galt: "Jeder bekenne es nach dem Maße seiner Kraft, sei es mit Bildern, sei es mit Versen. Denn so unwichtig die Kunst an sich auch ist: An diesem Zweck sich aufrichtend, vermag sie wichtig zu werden; in Gottes Licht vermag sie Wert zu erlangen; Gott dienend, vermag sie groß zu sein." (Uriel Birnbaum, Gläubige Kunst, 1919, S. 12). Der jüdische Maler, Karikaturist, Schriftsteller und Dichter war als Maler ein Autodidakt. Seine der Phantastik verpflichteten Blätter ordnete er häufig in Serien an, einzelne Motive tauchen in Varianten über längere Zeiträume auf. Neben religiösen Themen und den Zyklen, die existentielle Fragen menschlichen Lebens im Spannungsfeld zwischen Religiosität und Moderne behandeln, sind Gegenentwürfe zur innerweltlichen Existenz ein häufiges Thema. Sie treten sowohl in Form phantastischer Architekturentwürfe als auch in Darstellungen extraterrestrischer Daseinsformen auf. Ein Blatt verso wohl von fremder Hand bezeichnet "Uriel Birnbaum Totentanz Glasgemälde 8 Blätter".

Schätzpreis
€ 2.800   (US$ 3.080)


Zuschlag
€ 8.000 (US$ 8.800)



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Böckstiegel, Peter August
Hanna ("Meine Frau")

Los 8032a

Hanna ("Meine Frau")
Farbholzschnitt auf glattem dünnen Papier. 1920.
40 x 34,5 cm (51 x 42 cm).
Signiert "P.A. Böckstiegel", betitelt und bezeichnet "Org. Holzschnitt Handdruck 9. Bl.".
Matuszak 86.

Hauptmotiv im Schaffen des ostwestfälischen Expressionisten Böckstiegel ist seine Familie, immer wieder taucht sie in seinen Gemälden, Aquarellen und Graphiken auf. Auch in unserem Porträt stellt Böckstiegel seine Frau Hanna dar: im Dreiviertelprofil, die Gesichtszüge betont markant, die Lippen voll. Bezeichnend sind die äußerst geradlinig gesetzten Konturen, die verdeutlichen, dass die Linie die tragende Gestaltungskraft ist. Beispielhaft zeigt sich dies in der mittig gesetzten, aus dem Mittelscheitel fortgeführten, vertikal verlaufenden Haarsträhne, die das Gesicht in seiner klaren, nahezu symmetrischen Anordnung betont. Besonders auffallend ist auch der nachdenkliche, aus den tiefen schwarzen Augen gerichtete Blick, der letztlich die innerlichen Gedanken Hannas jedoch nicht preisgibt. „Das Beste im Menschen bleibt ewig ein Geheimnis…“ (zit. nach Peter August Böckstiegel, in: Thomas Matuszak, Betrachtungen zur Druckgraphik Peter August Böckstiegels. Das druckgraphische Werk, Lindenau-Museum Altenburg 1996, S. 17). Matustak ist keine Version dieses Motivs mit grünem Hintergrund bekannt. Ausgezeichneter, farbintensiver Druck mit Rand. Prachtvoller und leuchtender Druck in vier Farben mit partiell sehr schön zeichnender Holzmaserung.

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.400)


Zuschlag
€ 14.000 (US$ 15.400)



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Grosz, George
Der Ganove und sein Schatten

Los 8103

Der Ganove und sein Schatten
Rohrfeder in Sepia und Aquarell auf Velin. Wohl 1927.
35 x 24,8 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Grosz", verso mit Farbstift in Rot bezeichnet "11/4 Cass sur".

Bedeutende, schön durchkomponierte Darstellung des bunten Treibens in dem südfranzösischen Rivierahafen Cassis-sur-Mer, wo Grosz sich im Jahr 1927 länger aufhielt. Ganove und Matrose - das sind die zwei zentralen, in leuchtender Farbigkeit aquarellierten Figuren in der Bildmitte. Ganz rechts zeichnet Grosz in Sepia den Schatten des Ganoven: eine fast gleiche Figur, ebenso groß und in derselben Haltung, jedoch nur locker angedeutet, schemenhaft gefasst. Mit kraftvoll und lebendig geführter Rohrfeder entwirft der Künstler links einen Gendarm und hinter ihm zwei männliche Figuren mit Schiebermützen, im Hintergrund ist wohl die Längsseite oder die Reling eines Schiffes angedeutet. Die identische Figur eines Matrosen zeigt eine weitere Zeichnung Grosz', "Matrose" von 1927, vgl. Katalog Galerie Ilse Schweinsteiger, München 1985, Nr. 84. In seinem typischen Zeichenstil, mit vereinfachten Formen und scharf gezogenen Konturen, setzt der Künstler durch den verschachtelten Bildaufbau die Figuren und ihre Handlungen eng zueinander in Beziehung und überlässt dem Betrachter die endgültige Deutung. Die Zeichnung entstand kurz vor der Weltwirtschaftskrise 1929, die den wirtschaftlichen Aufschwung und die kulturelle Blüte der Goldenen Zwanziger Jahre abrupt beendete.
Rückseitig mit der handschriftlichen Nummer "06 (oder UC?)-5-16". Die Zeichnung ist bei Ralph Jentsch unter dieser Nummer registriert.

Provenienz: Galerie Ilse Schweinsteiger München 1977
Privatbesitz München

Literatur: George Grosz, Katalog Galerie Ilse Schweinsteiger, München 1977, Nr. 93 (mit Abb.), dort betitelt "Marseiller Straßenszene" und datiert "1924"

Schätzpreis
€ 15.000   (US$ 16.500)


Zuschlag
€ 19.000 (US$ 20.900)



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