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Los 5274 Goya, Francisco de
Los Caprichos
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5274)

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Los Caprichos. 80 Radierungen mit Aquatinta in Schwarzbraun bzw. Schwarz auf Velin, gebunden in gräulich-grünem Original-Halbleinen (Gelenke leicht brüchig, winzige Fehlstellen) mit originaler Titelradierung (Wiederholung des Selbstporträts Tafel 1) auf dem Vorderdeckel (Deckel beschabt, mit Kratzspuren, mit kleinen Stauchspuren, Ecken stärker bestoßen) in späterem Halbleinenschuber (beschabt, bestoßen mit kleinen Fehlstellen) mit Marmorpapierbezug. Je ca. 21 x 15 cm (Plattenrand); 27,5 x 25,5 cm (Blattgröße). (1799). Delteil 38-117, Harris 36-115 III, 5. Auflage (von 12).

Goyas bedeutendste und einflussreichste graphische Folge in einem kompletten Exemplar der 5. Auflage; wie für die Ausgabe üblich, die einzelnen Blätter am oberen Rand eingebunden. - Nach ersten Versuchen mit graphischen Einzelblättern und einer kleinen Folge mit Darstellungen nach Gemälden von Diego Velázquez widmete sich Goya Ende der 1790er Jahre mit den Caprichos auf eigene Rechnung seinem ambitioniertesten und riskantesten Projekt. In 80 scharfsinnigen, meist beißendend satirischen, enigmatischen und komplex miteinander verwobenen Darstellungen kommentierte er die gesellschaftlichen Missstände seiner Zeit.
Sowohl der Umfang von 80 Druckgraphiken, als auch die in Spanien vorher kaum verwendete Technik der Aquatintaradierung dürften Goya und seinen Drucker vor große Herausforderungen gestellt haben. Trotzdem war Goya von der Bedeutung des Werks so überzeugt, dass er eine Auflage von knapp 300 Exemplaren produzieren ließ, deren Verkauf er zum Preis von 320 Reales am 6. Februar 1799 in einer die gesamte Titelseite des Diario de Madrid einnehmenden Anzeige ankündigte. Da es Goya - wohl aufgrund des Umfanges und des brisanten Inhaltes der Folge - nicht gelungen war, einen Verleger für das anspruchsvolle Projekt zu gewinnen, wählte er als Verkaufsstelle ein Geschäft für Parfum und Likör in der Calle del Desengaño Nr. 1 - direkt unter seiner eigenen Wohnung.
Doch das visionäre Projekt war mit seiner ausgesprochen modernen Kunstauffassung, den Betrachter durch gezielt uneindeutige und unauflösbare Darstellungen und seinen rhapsodischen, nicht-linearen Aufbau reziprok als Interpreten zu fordern und einzubinden, seiner Zeit zu weit voraus. In den folgenden vier Jahren gelang es Goya nur 27 Exemplare der Folge zu verkaufen. Enttäuscht übergab er die Restauflage wie auch die Druckplatten, zugunsten der Zusicherung einer Pension für seinen Sohn, im Jahre 1803 an die Calcografía Nacional. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden Künstlern wie Sammlern der bahnbrechende und wegweisende Charakter der Folge bewusst, die heute allgemein als eine der einflussreichsten druckgraphischen Folgen überhaupt gelten kann und bis 1937 mit anhaltend großem Erfolg in nicht weniger als 12 Auflagen erschienen. - Wie für die Auflage typisch meist sehr gute bis ausgezeichnete Drucke. Meist etwas stockfleckig und fleckig, sowie einzelne kleine Alters- und Gebrauchsspuren, verso jeweils eine kleine Bleistiftnummerierung, sonst insgesamt meist frisch und sehr gut erhalten. Laut Notiz auf dem Vorsatzblatt aus der Sammlung des Verlegers Heinemann (gemeint ist vermutlich der Verleger William Heinemann, 1863-1920).

Schätzpreis
€ 12.000  

(US$ 13.200)
(GBP 10.440)
(CHF 12.600)



» Druckgraphik 15.-19. Jh.
Los 5274 Goya, Francisco de
Los Caprichos
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